Epilog

Freitag, 01.04.2016

So, nun ist mein großes Abenteuer schon vorbei, aber es wird für immer eine einmalige und unvergessliche Erfahrung bleiben.

Als ich meinen Koffer packte, fand ich einen Brief, den Jeniffer mir heimlich zwischen meine Klamotten gelegt hatte am letzten Tag war meine Tür mit ganz vielen kleinen Zetteln vollgeklebt- so süß- bei dem Brief musste ich sogar weinen, sie meinte ich wäre wie eine Schwester für sie usw :)

Alle haben mir auch noch eine süße Nachricht auf mein T-Shirt vom Bungee-Sprung geschrieben. <3

 



Am vorletzten Tag hab ich dann mit den Kolumbianern zusammen gefrühstückt  (nochmal Früchte, die sind sooo lecker hier), um 1 hatte Roxana uns zum Essen eingeladen (Nani kochte), danach sind wir  zum "Mirador"Aussichtspunkt im Süden Limas gefahren und haben dort die letzten Fotos zusammen gemacht, bei der Christusstatue(die gibt es glaub ich in ganz Südamerika, aber die in Brasilien ist natürlich viel größer) und am Strand.  Alle 10 Minuten kam jemand und umarmte mich, weil ich die Erste war, die fliegt. Jhoan schniefte die ganze Zeit und sagte:  er hat entweder Grippe oder das kommt vom Weinen :( Er hatte auch ein Video für mich gemacht, was die meisten von euch wahrscheinlich schon kennen, auch wenn es auf Spanisch ist. <3 Oh Gott, diese Menschen sind sooo  herzlich und ich werde sie alle so vermissen. Aber ich habe ja den Plan, nach meinem Bachelor nach Kolumbien zu fliegen und sie zu besuchen.)

Am Vormittag vor der Abreise zog ich noch einmal mit dem Mexikaner los, wir liefen zum San Borja Schild (unser Stadtteil), machten Fotos und anschließend kaufte er zwei Alfajores (unser Lieblingsgebäck) und schenkte mir einen, das war wirklich eine große Sache für Kevin, weil er immer gesagt hat, er wäre so arm und deshalb war das auch echt süß :). Ich kaufte noch schnell eine Torte, die mit all unseren Namen der Hatun-Tambo- Familie verziehrt wurde und die aßen wir noch schnell zusammen.

Eigentlich wollten Jhoan und Jeniffer mich auch zum Flughafen bringen, aber sie sagten mir kurz vorher, dass es Ihnen zu traurig ist und sie das nicht können. In Bremen fand ich dann ein Video auf meinem Handy, wo sie sich noch einmal verabschiedeten, richtig süß.

Gegen drei fuhr ich mit Sandra los zum Flughafen und bis auf die kurze Flughafenevakuierung in Lima wegen eines unbekannten Pakets, der fast verpasste Anschlussflug in Madrid und der vermisste Koffer in Bremen, ist eigentlich nichts spannendes passiert.

Am Flughafen begrüßte mich dann meine Familie ganz herzlich- Sie waren alle da :) Oma, Opa, Tantchen, Papa, Mama und sogar Timmy konnte sich mal von seinem Computer lösen. Dann sind  wir in meine Wohnung gefahren, warteten bis Mitternacht und stießen auf den Geburtstag meiner Tante an....

 

Huaraz

Sonntag, 27.03.2016

So, dann kommen wir mal zum letzten Beitrag und einer letzten unglaublichen Reise.

Kurz vor den Prüfungen, war ich noch mit Resi Paragliden. Das war extrem cool, aber mir war natürlich mal wieder total schlecht. :D Man muss in solchen Geschichten auch echt Vertrauen haben, aber ich glaube nach dem völlig beklopptem Bungeesprung, schockt mich nicht mehr so viel. Man wird angeschnallt und sobald man sich zurücklehnt, wird aus dem hinteren Gurt ein Sitz. Hinter mir stand die Person, die das ganze Ding lenkt und dahinter liegt der Fallschirm. Wir haben dies am Küstenabschnitt von Lima gemacht und dann heißt es quasi Augen zu und durch, denn er lässt sich, und auch mich, einfach aus 12 Meter fallen und hofft darauf, dass der Wind den Fallschirm fängt. Hat natürlich auch geklappt :P und dann sind wir ca. 15 Minuten über den Küstenstreifen geflogen, echt cool!

Nachdem wir endlich mit den Prüfungen durch waren, entschieden Sandra und ich uns auch noch dazu, nach Huaraz zu fahren, da alle so davon geschwärmt hatten und sie hatten Recht!

Am 11.12 um 16 Uhr schrieb ich die letzte Abschlussprüfung und am 17.12 um 20 Uhr ging mein Flieger zurück nach Alemania. Dementsprechend war der Zeitraum für die Reise zwar sehr begrenzt, aber wir haben ihn dennoch genutzt. Am 11.12 um 22 Uhr trafen wir uns am Busbahnhof und verabschiedeten uns zeitgleich von Theresa, weil diese eine zweiwöchige Tour durch Chile etc. machen wollte. Ja, von den Nachtbussen hab ich ja schon öfter erzählt und es ist einfach ein echt cooles System, um günstig und ohne viel Aufwand zu reisen.

Um 6.30 Uhr kamen wir in Huaraz an und mussten uns erstmal ein Hostel suchen, da es über das Internet meistens das dreifache kostet. Uns wurde eins von mehreren Seiten empfohlen und das war auch wirklich sehr gut und inklusive Frühstück. Über dieses Hostel buchten wir dann auch unsere Ausflüge und mussten auch direkt um 8:30 Uhr starten, da wir ja nur zwei Tage dort hatten und am 13.12 nachts schon wieder unser Bus zurück nach Lima ging.

Die Stadt Huaraz liegt schon auf 3052 Metern, aber unsere beiden Ausflüge sollten das noch toppen.

Am ersten Tag sind wir hoch zu einem Gletscher gefahren, vorbei an mehreren Lagunen und kleinen Tälern. Die letzten 200 meter zum Gletscher mussten wir aber hochlaufen, da dort keine Busse fahren können. Es gab die Möglichkeit, die ersten 100m zu reiten, was ich natürlich total super fand und direkt gemacht habe. Allerdings war mein Pferd total bockig und die Strecke war ganz schön steil, aber naja was ist schon sicher in Peru? :D Gibt eben nicht so viele Regeln wie im Bürokratiestaat Deutschland und dadurch fühlt man sich oft einfach viel freier.

Das letzte Stück sind wir dann gelaufen und ich wurde total von der "Soroche", der Höhenkrankheit, erwischt. Der San Mateo Gletscher liegt auf 5450 m und er sagte auch wir sollten uns nicht so lange dort oben aufhalten. Es war ganz merkwürdig, weil die Luft ist extrem sauber und frisch, aber so dünn, dass man trotzdem das Gefühl hat keine Luft zu bekommen

.  

Obwohl wir ja wirklich nicht viel gelaufen sind, sagt einem der Körper das Gegenteil, man fühlt sich wie nach einem Marathon und der Kopf ist ganz benebelt, ähnlich wie im Flugzeug, aber es hat sich gelohnt, wenn man bedenkt, dass es diese Gletscher bald nicht mehr geben wird.

 Abends sind wir noch ein bisschen durch die Stadt von Huaraz gelaufen und haben in einem kleinen Restaurant zu Abend gegessen.

Die Tour am nächsten Tag ging um 04:00 Uhr morgens los. Wir fuhren ca. drei Stunden mit dem Bus und machten dann eine vierstündige Trekking- Tour hoch zur berühmten Laguna 69. Der Weg war wirklich wunderschön, mit Wasserfällen, Weiden voller Kühe und natürlich vielen vielen Bergen, sehr sehr anstrengend und wir mussten zwischendurch mal Pause machen und n Müsliriegel oder ähnliches essen, weil unsere eruopäischen Körper für solche Höhen einfach nicht gemacht sind, allerdings meckern sogar einige Latinos wenns um solche Höhen geht, da die Lagune 69  auch auf 4600m liegt. Man hat wirklich das Gefühl nicht mehr atmen zu können, leidet unter Kopfschmerzen und extremer Übelkeit, aber die Aussicht war wunderschön. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass man sogar bleibende Schäden von der Höhenkrankheit erleiden kann, wenn man zu schnell an Höhe gewinnt oder keine Pausen macht, aber scheinbar ist ja alles gut. Wir sollten für diese Tour auch eigentlich einen Guide haben, aber der ist irgendwie nie aufgetaucht, Peru halt. :D

 

 

     

Es war wirklich unglaublich schön, aber wir mussten auch den ganzen Weg wieder zurück und anschließend im Combi noch 2 Stunden warten, bis alle wieder unten waren. Auf dem Rückweg hat es leider sehr geregnet und dadurch waren die kleinen Flussbetten, die wir zuvor überquert hatten, jetzt eher rauschende Gewässer und wir mussten wohl oder übel dadurch. Wir waren dementsprechend total durchgefroren. Im Hostel angekommen, blieb uns nicht viel Zeit, denn in wenigen Stunden fuhr der Bus.

In Lima angekommen blieben mir noch vier Tage, in denen ich meine Prüfungsergebnisse abholen musste und mich von meinen Mitbewohnern und allen anderen Menschen, die mir so ans Herz gewachsen sind, verabschieden musste.  

Trujillo

Sonntag, 21.02.2016

Hallo meine treuen Leser,

Ich sitze gerade im Flieger von Madrid nach Frankfurt, nachdem ich mich vor 19 Stunden auf den Weg von unserem Casa zum Flughafen gemacht hab. Wir haben alle so viel geweint, das ist unglaublich, bei einigen wird es wohl wirklich ein Abschied für immer gewesen sein z.B. mit Su Yeon oder vllt auch Laura. Die anderen haben alle gesagt, dass sie mir nicht Tschüss sagen, sondern nur Bis Bald, vllt lag das an der Torte, die ich am letzten Tag nochmal ausgegeben hab :P. Naja aber eigentlich möchte ich euch in diesem Blog was über Trujillo erzählen. 

Trujillo ist eine relativ berühmte Stadt im Norden Perus und liegt ebenfalls an der Küste, so wie Lima. Diese Reise war wieder mit der Organisation Erasmus, so wie Ica und Iquitos (Dschungel). Das war auch alles sehr spontan, Donnerstagnacht ging die Reise los und endgültig gebucht habe ich am Montag, nachdem mich der Veranstalter, den wir nun schon etwas besser kannten, überredet hat und das Preis-Leistungs-Verhältnis war auch echt gut. Normalerweise wollte ich nicht, weil in der Uni so viel zu tun war und ich an diesem Wochenende mehrere Abgabefristen für Artikel, Essays über Konferenzen etc. hatte, aber das Programm für Trujillo schien ganz entspannt zu sein (nicht wie die anderen mega anstrengenden Fahrten:D ) und ich wollte es schon gerne sehen, da ich ja eine der wenigen bin, die nach den Prüfungen nicht großartig Zeit hat zu reisen. Ach ja und ich kannte vorher niemanden von den anderen 17 Leuten die fahren wollten, aber warum nicht mal ausprobieren. 

Nachdem ich dann von Montag bis Donnerstag fast pausenlos für die Uni geschuftet hab, bin ich dann abends zum Busbahnhof. Ich muss sagen ich finde Gefallen an diesen Nachtbussen, die sind wirklich recht bequem (einige Sitze kann man bis auf 160 Grad nach hinten stellen) und wenn man schlafen kann, ist man ja gefühlt inner halben Stunde da und es ist wesentlich günstiger als Fliegen. Statt 8,5 Stunden sind wir aber fast 11 gefahren und waren dann gegen 9 Uhr morgens da.

Vom Hostel war ich wirklich sehr positiv überrascht. Ich hatte mit einer Italienerin ein Doppelzimmer, Frühstück kontinental (Saft, Kaffee und Toast mit Marmelade) und Abendessen waren auch inklusive und die Truppe war einfach super. Wie nicht anders zu erwarten, war auch ein Deutscher dabei, wir sind einfach überall. Sonst ein paar Amis, Mexikaner und Italiener. Wir waren uns alle sofort sympathisch und hatten sehr viel Spaß. Am ersten Tag sind wir nach dem Frühstück los in die Stadt von Trujillo, da wir ein Stück außerhalb im schönen Örtchen Huanchaco waren. Die Stadt hatte wie alle größeren Städte einen Plaza de Armas und eine wunderschöne Kirche. Trujillo ist u.a. für seine Architektur bekannt und dementsprechend gab es auch viele beeindruckende Gebäude. Es gab dort z.B. auch Ceviche (dieses rohe Fischgericht, was ja dort eine Nationalspeise ist) für 1 Sol, also 30 ct, davon haben wir dann aber mal lieber die Finger gelassen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind wir zurück nach Huanchaco (der Veranstalter hatte extra für uns einen kleinen Bus vor Ort gemietet, der immer auf Abruf kam, somit war es kein Problem von A nach B zu kommen) gefahren und konnten da den Tag gemütlich ausklingen lassen. Anders als erhofft, war es zwar warm, aber zu kalt zum Baden, aber wir sind trotzdem am Strand spazieren gegangen und sind ein bisschen durch den Ort gebummelt. Fürs Abendessen durften wir zwischen verschiedenen Pizzen wählen und ich entschied mich für Hawai, allerdings war dort nur wenig Ananas drauf und der Rest wurde dann mit Pfirsichen belegt, was ich schon sehr lustig fand, aber  das ist halt Peru :D.Abends haben wir dann noch auf unserem Balkon peruanische und mexikanische Trinkspiele gespielt, das war sehr amüsant und gleichzeitig gut für die Sprache. 

die Frühstück

Am nächsten Tag hatten wir dann unsere zwei Haupttouren geplant. Huaca del Sol und ChanChan. 

Die Huaca del Sol (Tempel der Sonne, auch Sonnenpyramide genannt) ist eine Pyramide, die im Moche-Tal in der Nähe von Trujillo in Nord-Peru von den Moche erbaut wurde. Die Anlage war ursprünglich 340 m × 220 m groß und 41 m hoch und befindet sich auf einer 18 m hohen Stufenterrasse. Sie ist das größte massive Bauwerk des kontinentalen Amerikas. Zum Bau des siebenstufigen Gebäudes wurden etwa 140 Millionen Adobe-Ziegel benötigt.

Die Spanier hatten nach Goldfunden einen Großteil des Gebäudes auf der Suche nach weiterem Gold zerstört, unter anderem durch das Umleiten des Flusses.

Gegenüber der Sonnenpyramide liegt die Huaca de la Luna, die Mondpyramide.

Das war schon sehr spannend das alles anzusehen und die Bauweise ist auch sehr beeindruckend. Unser Guide sagte er versteht den Wirbel um Machu Picchu gar nicht, weil die Tempel doch viel schöner und spannender wären, aber eben nicht so berühmt, denn jeder der an Peru denkt, denkt als erstes an die sagenumwobene Inkastadt. Ich persönlich kann es gar nicht sagen, Machu Picchu war halt ein sehr großes Erfolgserlebnis nachdem man solange gebraucht hat, dort hochzulaufen. 

Huaca del Sol

 Anschließend sind wir noch zum Chan Chan gefahren was circa eine Stunde dauerte. 

Chan Chan war die Hauptstadt des präkolumbischen Chimú-Reiches und befand sich an der peruanischen Pazifikküste westlich der heutigen Stadt Trujillo.Sie entstand etwa um 1300 und erstreckt sich noch heute über eine Fläche von 28 km². Sie war wahrscheinlich die größte Stadt der damaligen Zeit auf dem südamerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt, die aus Lehm errichtet wurde. Zu ihrer Blütezeit beherbergte die Stadt etwa 60.000 Einwohner und hatte ein ansehnliches Vermögen an Gold, Silber und keramischen Kunstgegenständen angehäuft.Chan Chan konnte von den Inkas mit militärischer Gewalt nicht besiegt werden. Deshalb leiteten die Angreifer den durch die Oase fließenden Fluss um, so dass die Einnahme der Stadt durch die bald eintretende Wasserknappheit möglich wurde.Nach der Eroberung durch die Inkas verlor die Stadt ihre Bedeutung. Die Stadt wurde nicht von ihnen zerstört, weil sie mehr Wert auf Expansion als auf Reichtum legten. Das änderte sich aber schlagartig, als die Spanier das Inkareich eroberten. Von der gesamten Chimú-Kultur blieb nicht mehr viel übrig. Heute sind nur mehr riesige Flächen von Lehmbauten in mehr oder weniger schlechtem Zustand und einige Festsäle vorhanden.Zur massiven Zerstörung trägt auch der in den letzten Jahren auftretende El Niño bei. Jahrzehntelang fiel in dieser Gegend kein Regen, aber durch die Klimaänderung wird der Sturm immer heftiger und verändert die wüstenähnlichen Küstengebiete.

Chan Chan Chan Chan

Also es wirkt eben teilweise sehr triste, weil alles sandfarben ist, aber teilweise kann man auch noch einen Thron oder so erkennen, da dort ja auch wirklich Könige gelebt haben. Trotz der Wasserknappheit gab es dort noch so etwas wie einen riesigen Garten, das war eigentlich das Highlight. So viel grün zwischen so viel beige. 

Auf dem Rückweg waren wir alle ziemlich erledigt, da wir mehr als 10 Stunden unterwegs waren, aber eine hatte Geburtstag und das mussten wir natürlich feiern. Also gabs wieder Schnaps und Trinkspiele, welcher auch im Preis mit inbegriffen war. Also für drei Tage, fast alle Mahlzeiten, Alkohol, die Ausflüge und noch die Busfahrten war es wirklich sehr günstig. Ich habe glaub ich etwas mehr als 100€ bezahlt. Und das Beste war, dass man nachts wenn man im Bett lag das Meer rauschen hören konnte. Ich bin zwar auch am Meer aufgewachsen, aber so nah habe ich dann doch noch nie am Meer geschlafen. Es war halt wirklich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. 

 Am letzten Tag hatten wir dann noch eine Surfstunde, die Aufwärmübungen und die Trockenübung an Land habe ich auch super hinbekommen, aber im Meer selbst war ich total überfordert. Ich bin ständig vom Brett gefallen und teilweise waren die Wellen so stark, dass ich gefühlt ne Ewigkeit unter Wasser war. Als ich am Ende endlich richtig lag um von der Welle erwischt zu werden, fehlte mir leider die Kraft in den Armen um mich hochzudrücken und als mich dann noch ein Seeigel gestochen hat, hab ich aufgegeben. Nicht mein Sport :D. Aber man musste es ja mal ausprobieren und die Bilder von uns allen an Land sind auch ziemlich witzig.

Wir hatten an dem Nachmittag leider nur noch den Balkon und ein Zimmer, sprich auch nur ein Badezimmer zur Verfügung. Also mussten alle 19 Leute sich eine Dusche teilen. Da uns aber keiner gesagt hatte, dass wir unsere Sachen aus den Zimmern holen sollten, wurden die mal eben ganz typisch peruanisch von den Hotelmitarbeitern zusammengeschmissen und in das eine Zimmer gebracht. Dann mussten wir natürlich alles erstmal wieder auseinandersortieren, das war echt eher uncool. Dann sind wir nocheinmal a la cart essen gegangen, was nicht mit inbegriffen war. Da habe ich denn nochmal Arroz con Mariscos, also Reis mit Meeresfrüchten gegessen, was unwahrscheinlich lecker war und natürlich total frisch, da wir ja direkt an der Küste waren. War aber für peruanische Verhältnisse schon echt teuer mit 20 Soles, was aber auch nur ca. 6 Euro sind. Lustig, dass wirklich alle Fisch mochten, das ist ja sonst eher selten der Fall.

Arroz con Mariscos

Wir ließen den Tag dann noch auf der Terrasse ausklingen und um 21 Uhr sollte unser Bus zurück nach Lima fahren. Ich hatte eigentlich noch gar keine Lust zu fahren, da es mir dort wirklich sehr gut gefiel und in Lima auch wieder der Unistress wartete. Eher uncool war, dass drei von uns in einem anderen Bus waren, weil wir später gebucht hatten und dieser Bus eine halbe Stunde später fuhr. Aber das war dann nunmal so, blöd nur dass wir alle dachten wir bekommen wieder Decken und Kissen, aber die gab es nicht und wir saßen ganz vorne direkt bei der Klimaanlage. :/ Morgens um sieben kamen wir dann wieder in Lima an und zum Glück musste ich erst um 16 Uhr zu Uni. 

 Blick von unserer Terrasse am letzten AbendHauskatze

Im nächsten Blogg erzähle ich dann noch etwas über die letzte Reise nach Huaraz und dann wars das auch leider schon mit meinem Blog.

Bis dahin. Tschüss :) :-*

 

P.S. Ich bin nun auch schon 8 Wochen wieder in Deutschland und vermisse Peru und die Leute super doll. Aber bald geht ja mein Praktikum los, vllt schreibe ich dann ja nochmal weiter.   

          

Cusco, Machu Picchu + Bungee Jump

Montag, 14.12.2015

Hallo meine Lieben,

es kommt zwar mit etwas Verspätung aber in diesem Blogeintrag werde ich was über die wohl berühmteste Reise erzählen und zwar Cusco und Machu Picchu vom 18.10. bis zum  24.10.2015.

Da wir ja alle sehr viel mit der Uni zu tun haben und nicht mal einfach ne Woche fehlen können und ebenso wenig ein Wochenende für Cusco ausreicht, haben wir uns die Woche nach den Zwischenprüfungen ausgesucht, die auch wirklich ganz gut liefen (eine 2,0, zwei 1,7 und eine 1,0 und die Präsentation auf Spanisch 2,7). In dieser Woche wird angeblich nicht so viel gemacht, aber meine eine Dozentin, die in meinen Augen wirklich sehr unfair und rassistisch zu mir war, hat natürlich den Stoff voll durchgezogen. Aber egal, am Freitag bis 18 Uhr war meine letzte Prüfung und von den anderen bis Samstag Nachmittag.Samstag Abend haben wir dann noch die letzten Besorgungen im Jockey Plaza, sowas wie Weserpark oder Columbuscenter, gemacht z.B. hab ich mir endlich n Trekking Rucksack zugelegt und am Sonntag Morgen ging unser Flieger.

Die anderen hatten es leider verpatzt frühzeitig zu buchen und sind deshalb mit LCPeru geflogen und ich mit Peruvian Airline (da Peruvian Airline zu diesem Zeitpunkt zu teuer war und bei mir noch nicht). Die Flüge hatten aber immer nur einen Abstand von circa ner Stunde, also wars ok. Wir waren übrigens Kevin (der Mexikaner), Jhoan, Jeniffer, Xhomi, Julieth und Julieths Freund (Kolumbianer) und ich, also eine sehr spanischsprachiche Woche für mich, weil auch Kevin der Einzige ist der Englisch versteht.

Unsere Flüge hatten jeweils drei Stunden Verspätung, aber das Gute war, dass ich das erste Mal keine Probleme mit dem Druckausgleich hatte, da wir ja gar nicht richtig landen mussten bzw. da Cusco auf 3416 Meter liegt und man den Druck erst unterhalb von 800 Metern merkt, glaub ich zumindest :D. Naja aber dafür hat die sogenannte Soroche- die Höhenkrankheit- gleich richtig zugeschlagen und hat sich in Herzrasen und wahnsinnigen Kopfschmerzen geäußert. Mit den Flügen hatten wir dort nicht so Glück, aber dazu später.

Im Taxi haben wir dann erfahren, dass Cusco sehr klein, touristisch und auch sicher ist. Dabei fühlt man sich doch gleich wohler. Jhoan hatte all unsere Ausflüge bei einer Agentur reserviert, die ihm von einem Freund empfohlen wurde und da wollten wir später am Tag hin um alles abklären und bezahlen. Die geplante City Tour durch Cusco hatten wir allerdings durch unsere Verspätung schon verpasst, also sind wir erstmal ins Hostel. Ich glaube dieses Hostel war das schäbigste was ich je gesehen hab :D , aber es gab einen Hundi und es war günstig. 15 soles pro Person, das sind ungefähr 3,50€, aber dafür waren wir im 10 Bett-Zimmer, die Badtür ging nicht mal bis zur Decke, also konnte man alles hören was dort so vor sich ging und die Tür des Zimmers hat n bisschen an ne undichte Stalltür erinnert, was nicht schlimm gewesen wäre, wenn es nicht so wahnsinnig kalt gewesen wäre- nur circa 6 Grad in der Nacht und das ist verdammt kalt ohne Heizung und wenn man fast draußen schläft :D . Eigentlich waren dort auch nur zwei Nächte geplant, aber die Pläne sollten sich ändern. ..

Mateo im Hostel in Cusco :PPlaza de Armas con Jhoan <3

Wir sind dann also nachmittags in das Oficina der Agentur um das alles abzuklären und der Typ hat uns ganz typisch peruanisch erstmal ne Stunde warten lassen. Geplant war natürlich der Machu Picchu, dann die Citytour, eine andere Tour nach Cusco und eine Tour nach Puno (Süden Perus, wo u.a. der Titicacasee ist, aber die Stadt soll total hässlich sein- ca 7 Std- heißt zwei Nächte nur im Bus, wovon ich sowieso nicht so begeistert war) und dann wollte ich ja unbedingt Bungee springen, habe mich dann aber überreden lassen in so einen anderen Adventure Park zu gehen, wo man Ziplining machen konnte, was ähnlich hoch ist, aber nicht von oben nach unten, sondern von rechts nach links geht. Der ganze Spaß hat uns dann glaub ich 900 Soles gekostet, also ca. 270 Euro, was ja verhältnismäßig noch günstig ist.

Da die Tour zum Machu Picchu bzw. erst in den Ort Aguas Calientes und den Tag darauf zum Machu Picchu sehr früh losgehen sollte, gingen wir relativ früh schlafen. Ich ging abends duschen und dementsprechend mit nassen Haaren ins Bett, es war so unwahrscheinlich kalt, dass ich die ganze Nacht einfach nur gezittert hab und kein Auge zubekommen hab. Zwischen 5:30 und 6 Uhr morgens sollten wir abgeholt werden, aber der Bus kam erst um 7, ging ja schon super los. Die nächsten 7 Stunden waren wohl mit das schlimmste was ich erlebt hab, in meiner Rangfolge weiß ich es gar nicht einzuordnen, aber Top 3 auf jeden Fall. Da Cusco ja sehr weit oben liegt, mussten wir erstmal nach unten fahren, das hieß 6 Std den Berg runter mit gefühlten 62573794 Kurven, ohhhh Gott war mir schlecht ;D. Um 13:30 hielten wir dann an einem Restaurant um zu lunchen, aber ich konnte absolut nichts essen nach der Achterbahnfahrt. Nach dem Essen ging es noch eine halbe Stunde weiter mit dem Bus und dann waren wir in Hydroelectrica angekommen. Nun hatten wir die Wahl drei Stunden nach Aguas Calientes zu laufen oder den Zug zu nehmen. Der Machu Picchu Express (erinnert leicht an den Hogwarts Express :D) ist ne absolute Preisdiskriminierung. Der kostet für Cusqueños (Leute aus Cusco) 5 Soles, für Peruaner aus anderen Städten 20 Soles und für alle anderen 38 Dollar, ja Dollar, also ca. 125 Soles. Also es ist ja ok, dass die Leute in Cusco dort günstiger fahren können, teilweise ja auch um zur Arbeit zu kommen, aber der Unterschied ist schon krass. Naja long story short: wir sind gelaufen :D. Hier waren es jetzt auch 26 Grad, also viel schöner :)

Der Machu Pichhu Express und Julieth ;)Weg nach Aguas Calientes mit meiner Jeniffer <3Plaza de Armas en Aguas Calientesalle :)

Der Weg war auch wirklich ganz schön anfangs mit kleinen Flüsschen an der Seite, aber man läuft die ganze Zeit entweder auf den Schienen des Zuges oder auf Kieselsteinen und der Weg ist nicht wirklich abwechsungsreich, deswegen nervt es schon irgendwann. Aber wir haben uns die Zeit ganz gut vertrieben, ich hab Jeniffer dann das "Links, zwo, drei, vier... " beigébracht (gibts auch noch n Video von) Wir hatten den Großteil unserer Klamotten in Cusco gelassen und einen großen Rucksack für alle Sachen mitgenommen, da es ja nur eine Nacht ist und den wollten wir dann abwechselnd tragen. Eigentlich war ich davon von Anfang an nicht so begeistert, aber nun gut wollte nicht die Einzige sein, die sich da ausschließt. Wir kamen dann also gegen 18 in Aguas Calientes an und da hatten wir dann auch wirklich ein sehr schönes Zimmer bzw. zwei Zimmer- eins für 5 Personen und eins für 3. Da aber keiner von uns alleine mit dem Pärchen ins Zimmer wollte, schliefen wir zu 6. im 5-er Zimmer. Dort gabs auch mal n Bad mit Tür :D. Gegen halb 9 sollte es dann Essen geben und ich war fast ausgehungert, da ich den ganzen Tag nur n paar Kekse und ne Banane hatte. Und danach gingen wir dann auch schon schlafen, weil die Tour zum Machu Picchu um 4:15 losgehen sollte.

Also wieder ne kurze Nacht, aber immerhin warm. Der 20.10. war auch ein ganz besonderer Tag für Jhoan, da er Geburtstag hatte (20- alle so jung hier :D ). Ist natürlich mega cool seinen Geburtstag beim Machu Picchu zu feiern. Plötzlich haben die Süßen dann festgestellt, dass es ja doch besser ist, wenn jeder seinen Kram alleine trägt. Das war echt ätzend, weil ich dann alles inner Plastiktüte tragen musste, was ja wesentlich unangenehmer ist als n Rucksack. Also kurzes Frühstück und um 4.30 Uhr ging die Wanderung los. Wir sind im Dunkeln los, aber langsam ist die Sonne aufgegangen, das war wirklich schön.

Wir sind ne dreiviertel Stunde bis zum eigentlichen Anstieg des Inka Trails gelaufen (allerdings haben wir den leichten Weg gewählt, es gibt noch einen anderen InkaTrail der vier Tage dauert) und ab dann ging es nur noch Treppen hoch und das hat es in sich- es sind 8670 Stufen. Wir hatten alle ein unterschiedliches Lauftempo. Kevin ist mega sportlich und hat nur ne halbe Stunde gebraucht, Jhoan, Julieth etc. eine Stunde und ich hätte es wohl auch in einer Stunde geschafft, aber Jeniffer war noch ziemlich weit hinten und ich mochte sie dann auch nicht dort zurücklassen und es war mir auch ganz recht etwas entspannter zu gehen, Machu Pichhu werde ich ja auf jeden Fall sehen, egal ob ne halbe Stunde früher oder später. Auf dem Weg waren ständig Hunde, die einem vor die Füße gesprungen sind und es wurde auch langsam aber sicher total heiß (deswegen geht man auch so früh los), naja und die Stufen waren jetzt auch nicht so wahnsinng flach oder ebenmäßig. Eine war mal n paar Zentimeter und die andere mal n guten halben Meter. Man dachte auch immer wenn man n Stück Straße gesehen oder gehört hat, dass man jetzt oben ist, aber leider nein. Am Ende wurde es auch wirklich schlimm und ich musste Jeniffer immer etwas motivieren, damit sie nicht tatsächlich stehen bleibt und meinte dann immer: Ich seh die Straße (und manchmal dachte ich es wirklich), aber nach ein oder zweimal hat sie mir nicht mehr geglaubt und meine immer: Nein Saskia, das sagst du immer und es sind immer noch mehr Stufen und ich möchte nicht mehr, du sagst immer dass da die Straße ist! :D

Aber wir haben es geschafft!! So und jetzt mal etwas Geschichte:

Machu Picchu [ deutsch alter Gipfel) ist eine gut erhaltene Ruinenstadt in Peru. Die Inkas erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert in 2360 Metern Höhe auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des Berges gleichen Namens (Machu Picchu) in den Anden über dem Urubambatal der Region Cusco, 75 Kilometer nordwestlich der Stadt Cusco. Die terrassenförmige Stadt war und ist sowohl über einen schmalen Bergpfad mit einer kleinen Anlage im Gipfelbereich des Huayna Picchu wie auch über vergleichsweise größere Inka-Pfade mit der einstigen Hauptstadt des Inkareiches Cusco und den Ruinen von Llactapata verbunden.

Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zufolge um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqui, der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein.Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem System von Treppen verbunden waren. Die meisten Terrassen sind mit ihren in die Mauern eingebauten kleinen Wasserablauföffnungen und etwa 3000 Stufen ebenso bis heute erhalten, wie die Kanalverbindung von der außerhalb der Stadtanlage befindlichen Wasserquelle zu den kaskadenförmig gestaffelten Brunnenbecken, die Außenmauern der Tempel und die zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sie sind voll funktionsfähig und gegebenenfalls in den letzten Jahren nach und nach in inkatypischer Bauweise rekonstruiert worden. Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika. Täglich besuchen durchschnittlich etwa 2000 Personen die Sehenswürdigkeit. Die UNESCO fordert eine Reduktion auf höchstens 800 Besucher, um das Kulturerbe nicht zu gefährden. 

  angekommen und überglücklich. Jeniffer :) Von links: ich, Kevin, Jeni und Jhoan Alpaka :)        

Also kurz und knapp es ist einfach Wahnsinn: das ganze Dinge ist total beeindruckend, es zählt ja nicht umsonst zu den "neuen sieben Weltwundern". Wir haben natürlich überdurchschnittlich viele Fotos gemacht und auch ne Führung, bei der uns alles erklärt wurde. Wir wurden auch vorher gefragt, ob wir die auf Englisch oder Spanisch machen wollen, dabei wurde ich natürlich haushoch überstimmt. Aber war ja gut fürs Spanisch :P. Dort haben wir uns circa drei Stunden aufgehalten und mussten gegen 10:30 wieder los, weil unser Bus in Aguas Calientes um drei zurück gehen sollte. Die Treppen runter war für mich komischerweise noch viel schlimmer als hoch, mir taten sooo doll die Füße weh, da die Stufen so unregelmäßig waren und ich mehrmals gestolpert bin und das Handgelenk auch wegen der blöden Tüte, aber hat sich ja gelohnt.

Als wir wieder unten waren, mussten wir auch noch den Weg von Aguas Calientes nach Hydroelectrica laufen und dort haben Jeniffer und ich uns dann den Rucksack von Jhoan geteilt, jeder 15 min und wechseln. Der war wirklich schon schwer genug, aber sie hat nochmal eben ne 2,5 Liter Flasche Wasser gekauft und mit in den Rucksack gestopft ;D. Wegen des Rucksacks waren Jeniffer und ich wieder die Letzten die ankamen, aber war ja nicht schlimm, da war noch mehr als pünktlich für den Bus waren. Wir suchten also unseren Bus vom Hinweg und suchten uns gute Plätze und hatten aber immer noch ne Stunde Zeit bis zur Abfahrt. Als dann aber der Busfahrer kam,  sagte er wir würden nicht auf der Liste dieses Busses stehen und wir müssten doch bitte unseren Bus suchen. Witzig! Ist ja nicht so, dass da nur zwei Busse standen, sondern irgenwie 25-30. Dann kam aber ein Busfahrer und meinte er suche die Siebenergruppe, das konnten ja nur wir sein. Leider wurde es aber nicht besser, wir wurden dann aus unserem normalgroßen Bus in einen kleinen Minibus gesteckt- suuper. Aber die folgende Geschichte ist bis heute n Gag: Es fehlten nämlich noch zwei andere Personen in diesem Bus und anstatt das man entweder alle in ihre alten Busse einsteigen lässt oder auch einfach n Bus vollmacht und ihn losfahren lässt, hatten die da ne ganz verdrehte peruanische Logik :D. Jedenfalls ist der Busfahrer ne halbe Stunde rumgelaufen und hat immer nach "Maria Cabeza" gesucht und ihren Namen gerufen. Irgendwann wurde uns das zu doof und selbst Jhoan und ich haben sie gerufen :D. Ich hab den Fahrer dann gefragt ob wir nicht bitte einfach jemand anderen mitnehmen könnten, da dort genug Leute standen, die keinen Bus finden konnten. Aber er meinte das wäre nicht möglich, das ist generell son Problem hier, da die Angestellten komplett nichts entscheiden dürfen/können/wollen. Eine weitere halbe Stunde später haben wir dann aber tatsächlich zwei andere mitgenommen und dann ging es wieder 7 Stunden bis nach Cusco. Diesmal hatte ich zwei Reisetabletten genommen, deshalb ging es, aber schlafen konnte ich trotzdem nicht. Jedenfalls suchen Jhoan und ich immer noch nach Maria Cabeza und immer wenn ich von einer Reise zurückkomme fragt er mich, ob sie dort war. :D Ist in Wirklichkeit witziger, als es sich jetzt hier anhört. :D Vielleicht finden wir sie ja irgendwann und können ihr sagen, dass wir wegen ihr solange warten mussten :D.  

Jedenfalls sind wir gegen 23.30 wieder im kalten Cusco angekommen und Jhoan hatte eine SMS von der Agentur bekommen, dass es Proteste in Cusco geben wird ab Morgen und wahrscheinlich alle Ausflüge ausfallen werden und wir doch bitte nächsten Tag ins Office kommen sollen.

Gesagt, getan: aber der Typ im Oficina war diesmal sogar zwei Stunden zu spät und als er dann endlich kam, meinte er er hätte noch eben ne andere Kundin und wir sollten doch noch eben kurz warten. Der war mir einfach extrem unsympathisch, aber die anderen fanden es scheinbar ok. Als wir dann endlich dran waren, sagte er wir könnten zwar nachts nach Puno fahren, aber es könnte die Gefahr bestehen, dass wir nicht zurückkommen und das war den Anderen Gott sei Dank auch zu unsicher. Also wollten wir unser Geld zurück, weil wir ja im Endeffekt nur Machu Picchu gemacht haben. Und jetzt fing er an uns zu verarschen: Beim Buchen meinte er Puno wären 150 für den Bus und 50 für die Tour und beim stornieren meinte er plötzlich: ja Puno minus 100 usw. Im Endeffekt blieben dann 400 Soles für Machu Picchu über und er sagte dann ernsthaft, dass er ja daran nichts verdienen würde und noch n Aufschlag von 80 Soles berechnen müsste. Ich war völlig baff und hab die anderen angeguckt, die alle voll verständnisvoll genickt haben. Normalerweise streiten die sich um jeden centimos und gucken auf jeden Sol, wenns zB ums Taxifahren oder so geht. Naja auf jeden Fall hab ich denn auf Spanisch versucht zu erklären, das er ja bei dem anderen Preis auch keinen Aufschlag berechnet hat, weils inbegriffen ist, sowieso schon zu wenig abgezogen hat und eben auch dass es für uns ja nun auch doof ist, dass wir die nächsten vier Tage nichts machen können. Naja alle anderen haben dann auf mich eingeredet, dass es schon fair wäre usw. und was soll ich denn dann noch großartig sagen. Der Oberhammer war aber dass mir im Endeffekt 100 Soles fehlten und ich denke er hat mir einfach zu wenig zurückgegeben( auch wenn ich der Meinung bin, ich hätte die gezählt). Naja auf jeden Fall sind wir dann auch in dem Hostel in Cusco geblieben.

Wir hatten dann also noch drei Tage in Cusco und irgendwie hatten alle auch nicht so wahnsinng gute Laune und wollten z.B. bei n paar Regentropfen ins Hostel. Ich fand es nicht sooo schlimm, da ich sowieso lieber mehr von Cusco sehen wollte, als Puno. Deswegen war ich den einen Tag mit Kevin unterwegs und wir haben n bisschen Weihnachtsshopping und n paar Fotos gemacht, er ist son Hobbyfotograf, war ganz cool. Man wird als Gringo natürlich voll verarscht und die bieten n viel zu hohen Preis an, aber wenn man denen zeigt dass man auch wieder gehen kann und mehr Möglichkeiten hat, kann man es teilweise bis auf 25% des Anfangspreises runterhandeln. Dadurch dass der Adventure Park auch ausgefallen ist, wollte ich wieder meinen alten Plan mit dem Bungeejump verfolgen.

Proteste in Cusco

Deshalb wollte ich den Tag darauf morgens mit Jhoan dorthin fahren( er wollte mich nur begleiten), da wir im Internet gesehen hatten, dass es nur 11 km von Cusco sind. Allerdings waren immer noch die Proteste in Peru, wobei es darum ging, dass ganz viele Sachen wie z.B. Machu Picchu oder diverse Museen etc. in Zukunft vom Staat betrieben werden sollen, anstatt von privaten Firmen und das wollten sich die Peruaner nicht gefallen lassen und haben alles, aber wirklich alles lahm gelegt, sogar Busse und Taxis. Jedenfall war es unmöglich Cusco zu verlassen. Dann kam ne Situation, wo ich ja schon ziemlich stolz war, ich weiß Eigenlob stinkt, aber das muss ich einfach erzählen: Wir hatten dann zwei Polizisten gefragt, wie man denn Cusco verlassen könnte und sie meinten halt gar nicht bis Morgen. Dann kamen zwei Amerikanerinnen und haben die Polizisten auf Englisch gefragt, wie lange der Streik denn noch gehen würde  und ob die das nicht schon vorher wussten und die haben nur dumm aus der Wäsche geguckt und Jhoan hatte es zwar verstanden, aber konnte nicht antworten. Da kam ich ins Spiel mit weder Muttersprache Englisch noch Muttersprache Spanisch, aber es hat gereicht um zu dolmedgen, dass war schon n cooles Gefühl ( hier würde jetzt der Smiley von Whatsapp mit dem breiten Grinsen passen :D ).

Jedenfalls war ich auch enttäuscht, dass es nicht klappen sollte mit meinem Adrenalin-Kick, weil nächsten Tag ja schon unser Flieger ging. Da wir die anderen nicht erreichen konnten, zog ich diesen Tag mit Jhoan los, noch n bisschen mehr Weihnachtsshopping und dann waren wir in sonem richtig coolen Restaurant essen, was uns total gut gefallen hat und nur 15 soles (weniger als 5 Euro) gekostet hat mit Hauptspeise, Dessert und Limonade. Dann haben wir noch die Italiener von der ULima getroffen, die waren zur gleichen Zeit in Cusco und anschließend sind wir durch Zufall an einer Agentur vorbeigelaufen, die u.a. Bungee anbietet. Ursprünglich wollten wir das alle zusammen, aber alle haben entweder Schiss bekommen oder hatten ihr ganzes Geld bereits ausgegeben (das Haushalten mit Geld ist meistens kein Talent der Latinos) und Jhoan war aber so lieb mich zu begleiten. Vor der Agentur konnte ich ihn aber überreden sich es wenigstens zu überlegen. Sie machte uns dann also ein Angebot inklusive Fahrt und wir gingen zurück ins Hostel um es uns zu überlegen, die anderen zu fragen udn Geld zu holen. Sie waren aber nicht da, aber ich hab es tatsächlich geschafft Jhoan zu überzeugen und somit sind wir zur Agentur um es für den nächsten Tag zu buchen und zu bezahlen. Auf dem ganzen Weg dahin, hat Jhoan immer mit ner ganz weinerlichen Stimme gesagt, dass er mich hasst, es ist meine Schuld dass er das macht, wie doll Angst er hat und dass wir sterben werden :D Schon süß! Ich war komischweweise noch total entspannt, aber das sollte sich ändern :D. Nachts bin ich zweimal aufgestanden und musste spucken :D und morgens war ich dann ganz zittrig, komischerweise war Jhoan morgens ganz entspannt und meinte Vamos, ich hab Bock! Um 9 sollten wir bei der Agentur sein und um 10 vor 9 hat Jeniffer plötzlich entschieden, dass sie sich Geld von Jhoan leiht und auch springen möchte. Ich hatte ja schon wieder Angst, dass wir nicht pünktlich sind , vor allem da sie noch schnell duschen wollte, aber ich hab dann gesagt, sie soll so mitkommen :D.

 

Wir sind dann also zur Agentur und die war geschlossen :D Aber fünf Minuten später kam die Frau und hat uns zur eigentlichen Bungee Agentúr begleitet. Dort liefen dann Videos von Bungee Sprüngen und wir haben unser Tshirt bekommen und aufs Taxi gewartet. Da wurde einem ja schon leicht flau ;D´. ich wollte unbedintgt als Erste springen, ich weiß selbst nicht warum. Im Auto haben wir dann noch n paar Abschiedsvideos gedreht und dann waren wir da. Uns wurde gesagt das Ding ist auf 150 Meter, der Sprung 122 Meter und 7 Sekunden in der Luft. Aber in Wirklichkeit sah das noch viel höher aus, ohh Gott war das hoch, man konnte den "Käfig" nicht sehen, ohne den Kópf komplett in Nacken zu legen. Die Frau war dann ganz trocken und sagte´: Ah drei Bungees, ihr müsst das hier unterschréiben. Ich weiß ich bin Deutsche und sollte alles lesen, was ich unterschreibe. ABER: ich wollte nun wirklich nicht wissen, was mir alles passieren kann und wofür die nicht haften, ist ähnlich wie beim Piercen, also hab ich einfach so meinen Jonny druntergesetzt. Dann gings los: Wir mussten n paar Runden laufen und uns dann dehnen, wie es auf einem Schild beschrieben war. Dann wurden wir ordentlich gesichert und los gings: Ich musste mit diesem scheiss schweren Seil zum Käfig laufen und dann sind wir hochgefahren. Nur der Bungeetyp, der Kamaramann und ich. Er meinte die ganze Zeit, das Wichtigste ist, dass du nicht nachdenkst, bevor du springst, sonst springst du nicht :D  Na Super! Wenn ich eins nicht kann ist das meinen Kopf ausschalten. Ich schätze mal die Meisten von euch haben das Video gesehen. Ich sollte auch nicht runtergucken, hab ich natürlich auch gemacht :D. Dann musste ich raus auf die Plattform und sollte mich nicht am Käfig festhalten, das war das schlimmste den loszulassen. Da hab ich für n paar Millisekunden gedacht, dass ich nicht springen kann, aber dann ging alles ganz schnell und es war Wahnsinn. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut und Bauchkribbeln wenn ich daran denke. Dieser komplett freie Fall ist unglaublich und das "Auffangen" durch das Seil ist gar nicht sooo schlimm, aber das Baumeln am Seil war eher uncool. Als ich dann wieder unten war, war Jeniffer schon startklar und danach hat sie mir erzählt, dass ich ihr voll Angst gemacht hab, weil ich wohl voll die Tränen im Gesicht hatte. Hab es selbst aber gar nicht gemerkt, kommt bestimmt durch den Druck oder den schnellen Sprung. Danach war ich auf jeden Fall erstmal ganz wackelig, aber stolz wie Oscar. ich bin Bungee gesprungen, Hallelujah.

Danach musste ich den Sprung von Jeniffer filmen, da Jhoan zum Vorbereiten und Sichern musste. Da hab ich schon gemerkt, das das anfängliche Adrenalin nachlässt und mir ganz schön schlecht war, ist ja auch eher uncool für den Körper was der so mitmachen musste. Bei Jhoan und Jeniffer ist auch alles gut gegangen, wir leben! Und diese Erfahrung wird uns unser Leben lang verbinden! Einige haben ja gemeint, ich sollte es lieber nicht hier machen, weil es eben so günstig ist. Aber die Sicherheitsvorkehrungen waren wirklich sehr gut, alles in Ordnung. Es waren jetzt 200 Soles (vorher 240, aber wir haben natürlich verhandelt) plus 50 Soles für Video und Bilder, also ca. 75€. Als wir wieder im Hostel waren, sagte der Besitzer wir müssten doch jetzt bitte das Zimmer verlassen, aber ich hab Jhoan gebeten mit ihm zu sprechen, dass wir bitte noch kurz ne halbe Stunde liegen können :D. Das hab ich echt gebraucht, aber danach wars dann auch wieder okay. Jeniffer musste auch liegen und ist aber auch zweimal zum Klo gerannt, weil sie dachte sie muss spucken, aber nein Fehlalarm. Jhoan war topfit, obwohl er der letzte war der gesprungen ist. Einen Tag danach sollte es aber erst richtg losgehen: Ich konnte mich vier Tage kaum bewegen, besonders Nacken und Bauch taten mir weh, aber ist ja auch klar, alle Muskeln waren völlig überdehnt. Alle erzählen immer nur vom Adrenalin und nicht von den Schmerzen. :D Ich wurde von einigen gefragt, ob ich es nochmal machen würde und ich glaube ich würde Nein sagen, weil die Schmerzen danach einfach zu krass waren, aber wer weiß ob das nicht besser wird mit der Zeit. Der Sprung an sich und dieses unbeschreibliche Gefühl von Lebendigkeit ist der Wahnsinn. Einmalige und wunderbare Erfahrung.

Bungee!!

Danach sind wir dann nochmal mit allen in das Restaurant wo Jhoan und ich n Tag zuvor waren und anschließend zum Airport. Die Proteste waren zum Glück vorbei, sonst hätten wir zum Flughafen laufen müssen. Kurz und schmerzlos, wir hatten tierisch Probleme mit dem Flug zurück, weil irgendwie an dem Tag ein Flugzeug von Peruvian Airline nicht starten konnte und deshalb alle Flüge für diesen Tag ausfielen. Also mussten wir alle zu unseren Schaltern und abklären was los ist. Es war ein riesiges Chaos und hat circa 4 Std gedauert. Im Endeffekt haben die anderen einen Flug nächsten Morgen um 6 bekommen (also 14 Std später) und ich ein Hotelzimmer und einen Flug um 16 Uhr. Na super. (Peruvian Airline war auch die einzige Airline die Hotelzimmer vergeben hat, da es ja deren Fehler war). Aber ich wollte auch lieber um 6 fliegen, aber die Frau war sehr unfreundlich und meinte das wäre nicht möglich. Als ich dann aber nochmal mit Jhoan dort hin bin und er ihr ne fette Lüge aufgetischt hat vonwegen ich hätte ein Stipendium und morgen eine ganz wichtige Prüfung, die ich nicht verpassen darf etc, wurde ich schwup die wup auf 6 Uhr umgebucht. Danke nochmal <3. Tatsächlich gab es morgens nochmal Probleme und mein Flieger hatte nochmal zwei Stunden Verspätung, aber Kevin und Jhoan haben auf mich gewartet und dann sind wir mitm Taxi zusammen zurück. Das dauert ca. ne Stunde bis zu unserer Wohnung.

Wir hatten leider die Uni-Woche verpasst (da gibt es dann ganz viele kleine Stände mit Essen und anderen Sachen und abends Konzerte) und auch das Fest am Samstagabend, aber ich denke Cusco war um einiges cooler. :)

Ich wollte ja eigentlich versuchen die Blogeinträge ziemlich zeitnah zu schreiben, aber das war unmöglich. Deshalb hänge ich jetzt zwei Monate hinterher. An Reisen fehlen noch Trujillo im November (Norden Perus- Küste) und Huaraz im Dezember (Berge) und an Aktivitäten die Mistura (größtes Essensfestival in Südamerika), das Oktoberfest und Parapente ;). Mein Gott hab ich hier viel erlebt. :D

Wenn ihr immer noch einer meiner treuen Leser seid, vielen Dank an dieser Stelle und freut euch auf die letzten 2-3 Einträge.

Kuss und Schluss :-*

       

Welcome to the Jungle + ein bisschen aus dem Häuschen

Samstag, 17.10.2015

 Hallo Familie, Freunde und sonstige Leser :) 

tut mir leid, dass ich jetzt so lange nicht geschrieben habe, aber ich bin einfach total mit der Uni beschäftigt, dagegen ist die HS in Deutschland echt harmlos: Oh Gott, werde ich es feiern, wenn die erste Stunde um 8:30 losgeht und nicht um 7, dann versuche ich halt auch mal ein bisschen was vom Land und den Leuten zu sehen und dann ist auch noch vor n paar Wochen die Tastatur meines Laptops kaputt gegangen und z.B. das A,C,W und am Ende aus das S und einige Nummer können nicht mehr benutzt werden, konnte nicht mal mehr meinen Namen schreiben oder meine Passwörter eingeben und musste immer die Bildschirmtastatur nutzen, naja und dann hab ich mir letzte Woche auf dem Schwarzmarkt ne USB Tastatur für ca. 6 Euro gekauft, die ist zwar auf meinem PC auf Deutsch installiert, aber auf der Tastatur selbst sind einige Tasten anders, ist sehr amüsant. Aber naja das ist für den Auslandsblog total uninteressant und es soll einfach nur die Verspätung erklären ;) 

Leute, ich habe jetzt Halbzeit, das ist unglaublich. Wie sagt man so schön, ein lachendes und ein weinendes Auge! Ich finde es zum größten Teil echt super hier, aber das Heimweh wird langsam schon echt groß. Ich hab jetzt für beides eine App: wie viele Tage ich schon hier bin (71) und wie viele Tage es noch sind, bis ich in Bremen lande (auch 71). Heute ist der 8.10.15

Damit keiner von euch Angst bekommt, dass ich nicht mehr wiederkommen mochte,  erzähl ich euch mal n paar Sachen, die nicht ganz so toll sind: Der Verkehr( acht Spuren, jeder ist nur darauf bedacht möglichst schnell anzukommen, egal wie, gehupt wird eigentlich permanent und in der Rush Hour steht man eigentlich mehr als das man fährt, als ich denen hier erzählt hab, dass man in Cuxhaven für so 10 km vllt 15-20 Minuten braucht, konnten die das gar nicht glauben :D ), einige arrogante und teilweise sogar echt hohle Unistudenten ( in meinen englischen Kursen muss ich bei den Gruppenarbeiten teilweise alles selbst machen oder denen alles vorkauen und erklären und beim spanischen Kurs bin ich der Loser, ist ja klar, es ist deren Muttersprache und ich lerne es ja quasi erst seit zwei Monaten, dass bisschen Vorkenntnisse was ich hatte ist nicht nennenswert z.B. Hola, gracias und leche :D, aber es wird langsam doch besser und mit meinen Gruppen habe ich eigentlich auch noch Glück, aber manche sind echt sooo rücksichtslos und gucken nicht wo sie hinlaufen, weil sie mit ihren Smartphones beschäftigt sind und sind selbst zu den Profs respektlos), der fehlende Sozialstaat und die damit verbundene Armut (ich hole mein Busgeld immer schon auf dem Campus ausm Portemonnaie, um es dann in die Tasche zu packen, aber meistens schaffe ich es damit nie bis zum Bus, weil ich es vorher immer jemandem gebe, der auf der Brücke sitzt, das ist einfach so traurig, dass einige hier nichts haben :( .), die Unzuverlässigkeit der Leute ( man kann selten auf Uhrzeiten, Daten, Deadlines oder ähnliches vertrauen) und der Smog in Lima (durch die 10 Mio Einwohner und den ganzen Verkehr ist es hier echt ganz schön versmoggt, das merkt man zum Glück nur, wenn man mal Lima verlassen hat und wiederkommt, aber ich freue mich schon mal kräftig an der Nordsee durchzuatmen :).) Achja und Amazon! Ich konnte das nicht fassen, in einem Modul sprechen wir viel über Preis Segmentierung usw und ein Beispiel für die Segementierung nach Lokationen war Amazon, es braucht tatsächlich zwei Monate und kostet 50 $ bis es in Peru ist. Als ich denen erzählt hab, dass es bei uns gratis ist und nur einen oder wenige Tage dauert, sind die fast vom Glauben abgefallen. 

Naja aber alles ist meistens wieder gut, wenn ich dann auf meine Mitbewohner treffe, ich liebe sie einfach. Die setzen sich immer für mich ein z.B. im Spanischkurs und wollen immer alle schmusen und sind alle ganz herzlich. Mittlerweile kann ich auch die Spanierinnen auseinanderhalten und möchte diese auf jeden Fall auch wiedersehen, wenn ich mein Praktikum mache und mich mit den Kolumbianern unterhalten, da die alle kein Englisch sprechen. Nur Kevin, Laura und Su n bisschen. Wir haben jetzt auch einen Putzplan für die Küche, den die Kolumbis aufgestellt haben, aber mir soll es recht sein, ich befürchte nur, dass sich nicht alle dran halten werde, ach und es gibt einen Sol Strafe, haha ;D: Kochen ist hier auch echt nicht so einfach, denn das Kücheninventar ist z.B viel zu wenig und es passiert dann schon mal, dass einem der Teller oder das Schneidebrett unter der Nase weggezogen wird, obwohl man es noch braucht oder man denkt dass man ne bestimmte Sache noch im Kühlschrank hat, aber die ist dann plötzlich nicht mehr da. :D  Letzt  war auch witzig: Ich hatte um 7 und um 9 jeweils einen Test und um 11 ne Präsentation (da aber alle acht Gruppen präsentieren mussten, mussten wir uns das 3 Stunden anhören.) und dazwischen hatte ich halt keine Zeit zu essen und hab mir denn sone Art große Salzstangen geholt und dann fragt Jeniffer mich ob ich Kekse oder so habe und ich hab ihr natürlich die Tüte gegeben, allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass sie die ALLE isst und ich gar keine bekomme :D, aber bei denen ist das auch völlig ok, die geben ganz oft und gerne ab, aber Hunger hatte ich trotzdem :D.

KevinJhoanVor der Disco.

Mittlerweile hatten wir auch drei Geburtstage hier und dann gibt es immer Torte (pro Geburtstagskind hatten wir drei und mal zwei zwischendurch), da sind die hier total heiß drauf und das Geburtstagskind soll dann immer als Erstes von der ganzen Torte abbeißen und wird dann in die Torte gedrückt :D Das ist mittlerweile schon son Gag hier: vergisst du die Küche sauberzumachen, Torta!, schreibst du ne gute Note, Torta! und Marian und ich sollen sowieso immer eine kaufen, weil wir ja deutsch und reich sind. :D

Geburtstag NathaliaGeburtstag Jeniffer

Meine Midterms sind endlich vorbei, deswegen habe ich jetzt Zeit zu schreiben (16.10.15) und von zweien habe ich auch schon die Noten, die im Éndeffekt ganz gut waren(18 und 17), aber bei der einen waren tatsächlich meine Lösungen für die Aufgaben richtig und ihre nicht! Hier sind 20 Punkte gleich 100%, also 1.0 und ich hatte erst 13 und dann 17, das macht schon was aus. Die ziehen hier aber für alles Punkte ab, selbst wenn es deren Schuld ist oder meine eine Antwort war im Test richtig und im Examen falsch, keine ahnung und ne 20 gibt es so gut wie nie :D. Als ich letzt in einem Test eine 20 hatte, hat er mich gefragt, ob ich das fotografieren möchte, weil das wohl so extrem selten ist ;D. Also die Uni ist hier einfach schrecklich!!

Wir haben übrigens herausgefunden, dass mein Blogg von der Website übersetzt wird, das heißt die Kolumbis können mitlesen: also ihr drei: Los quiero mucho, ihr versüßt mir jeden Tag in Lima :). Danke, dass ihr so geduldig mit mir seid, wenn mein Spanisch noch nicht so gut ist(mir macht es auch sehr Spaß euch n paar Deutsche Wörter beizubringen :) ), danke, dass ihr der Ersatz für meine Familie hier seid, auch wenn ihr manchmal sehr verrückt seid, spielen wollt :D und z.B. euch einfach auf mich raufschmeißt und natürlich für die ganzen Kuscheleinheiten. Mittlerweise weiß ich auch zu 80% wovon ihr redet ;). Ach und Jeniffer: danke für das Armband! :) :-* Und Jhoan, schmeiß die Nazi -Socken weg :D. Jhoan ist auch immer ganz süß, wenn jemand von uns weg ist, klopft er immer ganz traurig an die Türen und schickt davon Sprachnachrichten in die Hausgruppe, wie doll er uns vermisst. Ganz zauberhaft. :D

Ach und ich muss noch eine Sache über Nani erzählen, die Frau die hier saubermacht und für die Familie und die Arbeiter kocht, sie hat mich heute wieder zum Essen eingeladen und es gab son Gemüse-Omelett- sooo lecker! und dann hat sie mich im Dezember zu sich nach Hause eingeladen, bevor ich fliege und dann möchte sie noch einmal für mich kochen( ich darf mir aussuchen was- was sehr schwierig ist, wiel es so viele leckerer peruanische Gerichte gibt) und dann soll ich ihre Familie kennenlernen und sie möchte vorher unbedingt noch n Foto von uns beiden machen, wenn sie keine Schürze anhat. <3 Dann hat ihr Handy geklingelt (wir haben nur zu zweit gegessen) und sie meinte zu der Person, dass sie gerade mit mir essen würde und als ich sie gefragt hab, ob die Person mich kennt, meinte sie ja das war meine Tochter und ich erzähle ihr immer wie hübsch und nett du bist. Ist das nicht süß? Oh Gott´und sie hat es leider so schwer hier, weil sie leider auch nicht gut bezahlt wird. :(

Naja: Dschungel! Ich beginne die Erzählung mal mit dem Zitat: "What doesnt kill you, makes you stronger". Ob ich nun stronger bin weiß ich nicht, aber die eine Tour im Dschungel hätte mich fast gekillt, aber dazu später. :D Nachdem wir um 3 Uhr nachts zum Flughafen gefahren sind, gegen 8 in der Stadt Iqutios, sind wir anschließend mit dem Boot über den Amazonas gefahren. Bevor wir an der Loge ankamen, haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp gemacht, um uns einige Tiere anzugucken: Da gab es dann große und kleine Papageien, ne Anakonda, Piranjas, Schildkröten,Krokodile und sooo riesige zwei meter große Fische und einige davon onnten wir sogar füttern. :) Gegen  1 waren wir dann wirklich im Dschungel und als wir in der Lodge ankamen, haben die Eigentümer noch eben schnell n paar Betten für uns gebaut und ca ne halbe Stunde später haben wir direkt dschungeltypisches Mittagessen bekommen :). Danach waren wir schon das erste Mal im Amazonas schwimmen und haben uns Gesichtsmasken aus dem Schlamm gemacht, bis mich irgendwas in den Fuß gebissen hat, dann ist für mich der Spaß ja erstmal vorbei und keiner wollte mir glauben, bis das Ding auch noch drei andere gebissen hat :D, ha! Keine Einbildung!

LodgeMit Susi im Boot

KrokodilfütterungMit Larissa bei den PiranjasJacky und die Dschungelfamilie

Mal so generell: es waren 40 Grad und es war einfach komplett Sauna-klima, das war unfassbar, das kann man sich kaum vorstellen, ich hab noch nie in meinem Leben so doll geschwitzt :D. Prinzipiell ja alles auch nicht so schlimm, aber ich hatte ne Grippe mit Mandelentzündung und dachte ich muss sterben bei dieser Tour im Dschungel :D. Wir sind gegen halb 4 los und einfach 6 Stunden, SECHS STUNDEN, ohne Pause bei diesem Klima gelaufen und gegen 17 Uhr wurde es dunkel und ich bin durch meine Erschöpfung einfach nur noch über jeden Baumstamm, jedes Loch etc. gefallen. Viel mehr gibt es darüber auch kaum zu sagen, aber es waren im Endeffekt 20 km mitten durch den Dschungel und ich hätte am liebsten nach einer Stunde schon aufgegeben, aber die Möglichkeit gab es leider einfach nicht, ich musste immer weiter und weiterlaufen und ich hatte auch noch Gummistiefel, die mir zu groß waren und kein Profil hatten, also bin ich von jedem Baumstamm, der über einer Kuhle lag, abgerutscht :D. Umdrehen oder abkürzen ging natürlich nicht, da hätte ich mich ja total verlaufen und zwischendurch haben wir tatsächlich mal unsere Anführleute verloren und die haben die Route verloren und wussten selbst nicht wo wir sind, dass war dann schon gruselig :D. Wir waren aber auch 45 Leute, das waren für diesen "Spaziergang" einfach viel zu viele. Man konnte leider auch gar nicht verstehen, was er denen vorne erzählt hat und da jeder vorne sein wollte, war das auch ein enormes Tempo. Meine Knie, Hände und Arme haben auf jeden Fall n paar Andenken :D. Normalerweise war der Sinn dieser Tour, dass wir Tiere und Heilpflanzen sehen, aber das waren nicht sooo viele. Um Tiere zu sehen, waren wir einfach zu laut mit so vielen Leuten und am Ende hatte auch keiner mehr Lust Pflanzen zu erklären. Wir haben eine Pflanze gegen Mosquitostiche, eine die ist ne Art Joghurt der Dschungelleute und dann noch n riesigen Frosch und hochgiftige Ameisen gesehen. Er hat mir die auf seiner Machete hingehalten, son fettes rotes Ameisenviech und ich hab ihn gefragt. ob die gefährlich ist und er meinte, ja die ist extrem giftig: sehr erfreulich. Mehr hab ich leider nicht hören können. Wir sollten auch auf so grüne Schlangen aufpassen, wiel die die gleiche Farbe wie die Blätter haben und auch sehr giftig sind und die hatten uns vorher gesagt ein halber Liter Wasser würde reichen, hahaha Witzbolde. Naja also um schonmal zu spoilern, die nächsten beiden Tage waren extrem cool, aber diese eine Tour gehört definitiv in meine Top 5 an schlimmen Erlebnissen im Ausland, vllt sogar Platz 2, ich denke Platz 1 ist immer noch die nette Reaktion meines Körpers auf das schlechte Eis in San Francisco während der Fahrrad- und Bootstour. :D

Als wir dann aber endlich gegen kurz nach 21 Uhr in der Lodge ankamen, bin ich ohne duschen und essen erstmal nur ne Stunde ins Bett gefallen und hab mich von meinen Hustenanfällen etc. erholt, ich war eigentlich quasi wie tot :D. Die Lodge selbst ist komplett aus Holz gebaut und auch auf Balken aufgestockt, weil das Wasser im Sommer ( Dezember bis März) drei Meter höher ist und alles quasi unter Wasser ist und dann muss man auch nicht von der Anlegestelle hochlaufen, aber war immer n kleines Abenteuer. :D Aber alles eben sehr sehr einfach und die Familie, der das gehört, wohnt dort auch und hat dann eben für uns gekocht und andere Sachen gemacht wie: das eine Klo und die eine Dusche saubergemacht, (beides hinter einem kleinen Holzgatter- Dusche war n kleines Rohr und Klo war zwar aus Porzellan, aber die Spülung war n Wassereimer - aber für drei Tage alles völlig ok. ) noch eben schnell mehr Betten gebaut oder uns in sonst einer Art und Weise bespaßt. Da weit und breit nichts anderes war, war man auch extrem auf das Essen angewiesen, wobei ich echt kaum was essen konnte durch die Hitze. Nach nem kurzen Koma bin ich dann doch duschen und essen gegangen und dann aber auch bald schlafen. Die Familie hatte über jedes Bett ein Mosquitonetz gehängt, weil die Viecher da echt so mega aggressiv sind.

Ich lag so tief im Koma, dass ich nächsten Tag fast das Frühstück verschlafen hätte und dachte die Grippe wäre jetzt noch viel schlimmer, aber es war erstaunlicherweise fast besser, nur meine Ohren waren komplett zu durch das Fliegen.Ich war mit fünf anderen Mädels im "Zimmer": Susi, Gaia und Larissa kannte ich ja schon aus der Uni und dann waren da noch eine andere Deutsche und eine Amerikanerin. Die Amerikanerin ebenfalls Studentin in Lima und die Deutsche reist drei Monate durch Südamerika, aber beide super lieb. Nach dem Frühstück ging es dann los zum Angeln und zu einer Verkostung von Naturschnäpsen. Irgendwann war das schon ganz normal zu sagen: Mit dem Boot 30 Minuten ( so wie wir sagen zu Fuß oder mit dem Auto), ganz witzig. Das Problem war nur, alle haben uns immer ganz unterschiedlíche Sachen erzählt und wir wussten nie was wir glauben sollen z.B. 5 Minuten  sind immer eigentlich eher 30 oder 40 oder der eine Veranstalter kam um 12:00 und sagt, wir wollen um halb 1 los, nehmt n Handtuch, Flip Flops und Sonnencreme mit und zieht kurze Klamotten an un dann kommt um halb 1 der andere und sagt: wir wollen um kurz nach 1 los, zieht feste Schuhe und lange Hosen an. Ja meistens haben wir uns dann für den Mittelweg entschieden: kurze Hose mit festen Schuhen :D. Es war einfach nur unwahrscheinlich heiß und eins der Boote hatte kein Dach und dann sind wir noch ca. zwei Kilometer zur Angelstelle gelaufen und haben da dann Angeln und Köder bekommen, ich hab nach ca. 10 Sekunden son kleinen orangenen Nemo gefangen, den aber wieder frei gelassen und danach hab ich nur noch Stöcker gefangen :D. Wir waren n bisschen früher bei der Verkostung und dann hat er dreien von uns schon mal was gezeigt. eins war scharf und süß und sollte gegen Bronchitis helfen- her damit! Es ist auch gleich ganz heiß geworden in der Brust und ich gehe davon aus, dass das n bisschen zu meiner Genesung beigetragen hat. :D Nachher haben wir dann noch einmal in der Gruppe alles probiert. so wie in Ica und bei dem einen sagte er was vonwegen: der Whysky des Dschungels. :D und da waren auch schon so süße kleine Moglis (Dschungelkinder), ich hätte am liebsten eins mitgenommen :D´Bevor wir wieder mit dem Boot zur Lodge gefahren sind (mir ist dabei komischerweise auch nie schlecht geworden: nicht vom Boot, nicht vom Essen, nicht vom Bus - muss am Klima gelegen haben, normalerweise bin ich ja immer total anfällig, ach und man musste auch so gut wie nie Lulu machen, weil alles immer verdunstet ist :D) haben wir noch mit soner Maschine den Saft aus so riesigen Zuckerrohrhalmen gedreht und dann probiert- zwei ´Schalen (aus Kokosnuss)  für 50 Leute, aber das ist hier normal, es ist überhaupt nicht absurd wenn alle aus den selben Bechern, Flaschen etc. trinken oder vom selben Besteck essen und das hat mir bisher auch nicht geschadet. Es waren übrigens auch fünf Mexikanerinnen mit, die eigentlich sehr nett waren, aber sich total affig verhalten habn (haha, affig passt ja zum Dschungel). Ne, die ´waren immer extrem doll geschminkt mit ´Lidschatten und Lippenstift, haben immer rumgekreischt und haben die Tiere immer nur ganz schnell fürs Foto aufn Arm genommen und direkt danach wieder weg, wiel sie die alle voll eklig fanden. Haha, also für die war der Dschungel glaub ich nur n großes Fotoshooting :D Und es waren wieder so unglaublich viele Deutsche, also zum Spanisch lernen, war das kein gutes Wochenende, aber Spanisch lerne ich ja im Haus schon genug ;).Danach hatten wir kurz Freizeit und konnten schwimmen oder in den Hängematten entspannen, es gab aber nur 9, also musste man schnell sein. Alleine das war schon unglaublich: In der Hängematte, 40 Grad und der Geruch und die Geräusche der Natur, man hat immer Vögel oder Affen gehört, war echt schön :).

VerkostungAndenken aus dem Dschungel (passt gut zur Brandnarbe)Schlammmaske

 

 Nachmittags sind wir dann los zur Affeninsel und anschließend wollten wir eigentlich pinke Delphine sehen, das blieb uns aber verwehrt. Die Affen waren sooo cool, sind da rumgesprungen ohne Ende und haben uns alle bespaßt, ich hab mich bestimmt 20 Minuten mit dem Affenbaby beschäftigt <3 Es gab auch einen Nasenbären, eine Anakonda, einen Tukan und ein Faultier. Ich dachte nicht, dass die sich wirklich sooooo langsam bewegen, das war fast gruselig, aber das Tier war echt sooo leicht, geschätzt vllt 500g. Das ist n Leben, nur essen und faul sein und trotzdem so leicht, haha. Um mit den Delphinen an dem Abend zu schwimmen, waren wir wohl zu laut, aber war trotzdem echt cool mal vom Strand aus in den Amazonas zu gehen und nicht vom Boot zu springen, wie sonst :P

Baby-KrokodilBabyaffeFaultier, ich finde er sieht ein bisschen aus wie ETprähistorische Schildkröte

Wir sind anschließend zur Lodge und alle wollten natürlich duschen, aber ich dachte mir, dass ich mich für die 20 Minuten da anstehen jetzt nicht mit Mosquitospray eincremen muss, aber das war leider n großer Fehler. Bis Samstagabend hatte ich vllt 3 Stiche und danach waren es um die 30. Rücken, Beine. alles ! :/ Aber bisher habe ich weder Anzeichen von Malaria, noch von sonst einer Tropenkrankheit, also wird schon alles gut gegangen sein. :) Im "Winter" ist auch keine Malariazeit, nur wenn das Wasser höher steht. Nachdem ich die letzten 1,5 Tage kaum was gegessen habe zu den Mahlzeiten, sondern immer nur ne halbe Portion, hatte ich nach dem aufregenden und anstrengenden Tag so einen Hunger, dass ich mir zweimal Nachschlag geholt habe :D. Es gab eigentlich immer Gurken, Tomaten, Reis und eine dschungeltypische Soße und morgens Ei oder Pancakes-echt lecker :). An dem Tag kamen wir noch mit anderen Deutschen ins Gespräch und haben dann abends Karten gespielt. Leider haben wir die Taranteln verpasst, aber vllt auch gut :D. Und wir hatten die Möglichkeit sone Dschungeldroge zu probieren, das kommt wohl aus nem Blatt und soll Haluzinationen auslösen - heißt Ayahuasca. Wir haben uns aber nicht getraut, auch wenn das ja was natürliches ist und eigentlich nichts passieren kann. Später wurde uns dann erzählt, dass die einfach nur tierisch gekotzt haben, weil das wohl erstmal den Körper entgiftet und man erst nach dem neunten mal oder so haluziniert, also nein Danke! :D

Ich fand es schon sehr traurig an dem Abend ins Bett zu gehen, weil wir ja nächsten Tag abends schon wieder nach Lima geflogen sind. Vorher war aber noch der Besuch bei einem peruanischen Stamm angesagt dem "Jaguar Tribu". Die haben uns dann mit ihrer Kriegsbemalung angemalt, wr konnten son Spiel ausprobieren, wo man einen kleinen Pfeil durch ein Rohr pustet und versuchen muss einen Baumstamm zu treffen, sie haben mit uns getanzt und wir konnten denen einige Sachen abkaufen- wie Armbänder, Masken und Ketten. Hab natürlich ne Maske für mein Wohnzimmer gekauft und ne Kette. Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie nicht immer mit ihren Röckchen rumlaufen und auch mal nach Iquitos in die Stadt fahren, aber es war trotzdem cool und die Kindern waren sooo unglaublich süß. Danach durften wir noch ein letztes mal vom Boot springen und im Amazonas schwimmen und da haben wir dann tatsächliche pinke Delphine gesehen. :) Allerdings sind die blauen schöner, haben irgendwie ne schönere Form und sehen nicht so nackt aus :D .

 

 Moglies   Gaia                       Tanzen 

Gegen drei Uhr machten wir uns dann auf den Weg Richtung Flughafen, ich hab fast die ganze Zeit vorne auf dem Bopt gegessen um noch ein bisschen das Wetter zu genießen, allerdings fing es plötzlich an zu stürmen und wir haben sogar unser Dach verloren und mussten das anschließend festhalten, ´bis wir ankamen. Ich hatte fast das ganze Wochenende was mit einer Jacky gemacht, ihr Vater ist Deutscher, ihre Mutter aus Singapur, aufgewachsen ist  sie in Australien, hat aber zwei Jahre in Deutschland gelebt und studiert nun in Holland. Sie hat Anfang Juli ihren Freund in Cusco kennengelernt, echt süß, die waren zusammen da. Sie hat sich denn am Hafen in Iquitos Krokodil gekauft, also ein zubereitetes und ich durfte das probieren. Das war erstaunlicherweise echt lecker!! besser als Meerschweinchen :D. Im Flughafen angekommen gabs dann endlich mal wieder WIFI, obwohl mir es komischerweise gar nicht so doll gefehlt hat. Der Flug nach Lima war recht unspektakulär, außer dass ich mich wie Harry Potter gefühlt hab, wenn Voldemort in der Nähe ist, weil ich durch die verstopften Nebenhöhlen das Gefühl hatte, mir ritzt jemand n Blitz in die Stirn :D Also long storý short: Geiles Wochenende!! Und es ist sehr kurios, eine Stunde in den Flieger zu steigen und im Dschungel zu sein, als Deutsche fast unvorstellbar :D

Dach verloren

Morgen früh gehts nach Cusco, dann gibt es wieder viel zu berichten und über das Oktoberfest auch noch ein bisschen was.

 

Hasta luego :)

 

La Universidad, los otros estudiantes y ICA (Huacachina y Paracas)

Montag, 31.08.2015

 Hallo ihr Lieben, 

 Da der letzte Blogeintrag schon so tierisch lang war und es aber immer noch was zu diesem Thema zu erzählen gibt, folgt jetzt Teil 2:

Also erstmal hab ich mich ja echt gewundert, wie wenig Ausdauer ich in den ersten Wochen hier hatte, ich war ein paar Stunden unterwegs und hätte direkt wieder schlafen gehen können und meinte schon immer die Stadt macht mich müde und es ist tatsächlich so! Die Luft ist hier ja viel dünner als in Deutschland, weil Lima höher liegt. Wenn es dann erstmal nach Cusco und so weiter geht, wird es noch schlimmer, die Stadt befindet sich im Andenhochland und ist auf 3400 Meter, aber in der Nähe von Cusco ist auch eines der Weltwunder, die Inkastadt Macchu Pichu. Die Tour ist erstmal für Oktober angesetzt, aber da wir hier in Lateinamerika sind, kann sich das auch alles nochmal ändern. Viele leiden dann auch unter der "Soroche" (Höhenkrankheit), aber wenn man viel Koka-tee trinkt und sich nicht überanstrengt wird das schon nicht so schlimm. Wenn ich dann zurück nach Deutschland komme, hab ich wahrscheinlich eine viel bessere Ausauer :D.  Das letzte Augustwochenende haben wir einen Ausflug nach Ica gemacht, das war super! (Später mehr dazu!) und Ende September wollen wir in den Dschungel. :) (Peru ist ja ein super Land zum Reisen, da es aus der Costa (Küste z.B. Lima), der Sierra (den Anden) und der Selva (dem Dschungel) besteht. Deswegen finde ich es auch mittlerweile nicht mehr so schlimm, wenn ich in den sechs Monaten nur Peru bereise, da  Peru wahnsinnig viel zu bieten hat und ich irgendwann garantiert nochmal rüberfliege :).

Ich hab ja schon öfter von Miraflores erzählt, da es in meinen Augen auch einfach das schönste Distrikt von Lima ist. Da ist direkt der Strand und viele Parks z.B. gibt es den Parque Kennedy und da sind einfach ganz viele Katzen, die kann man dann streicheln und sogar adoptieren. Die meisten sehen sogar richtig gesund aus, wahrscheinlich ist das die Therapie für die Limeños. Man sieht ganz viele Menschen die dort einfach sitzen und mit den Katzen schmusen oder die einfach nur beim toben oder schlafen beobachten. Die meisten sind auch sehr zutraulich, aber Kevin wurde direkt von einer Katze gekratzt und das direkt unterm Auge, gar nicht so ungefährlich :D. An dem Tag haben wir auch noch einen großen Spaziergang am Strand gemacht (zum Baden ist es noch zu kalt, ist ja Winter hier) und Kevin hat uns "quentos de hermanos grimm" (also Märchen der Gebrüder Grimm) auf Spanisch erzählt z.B. Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen, weil wir eben doch sehr oft wieder in das Englische reinrutschen, aber ja unbedingt Spanisch lernen wollen. (Es wird auch tatsächlich immer besser, ich kann mich zumindest schon mal grob verständigen z.B. beim Arzt oder in der Bibliothek.) Ein paar Tage oder vllt sogar ne Woche (man verliert hier schnell den Überblick) später sind wir wieder dort zum Strand gefahren (mit mehreren nehmen wir uns immer ein Taxi- 15 Soles für 5 Personen, sind umgerechnet ca. 80 ct pro Person und es ist dann sogar günstiger als Bus und Metropolitano das sind dann 3,50 Soles achja und fünf Personen in einem Taxi sind auch kein Problem- also dann ja sechs mit dem Fahrer.) und an dem Tag war es sogar etwas wärmer und blauer Himmel :) und wir sind mit den Füßen ins Wasser gegangen. Da das ja der Pazifik ist und ich damit ja schon einmal Erfahrungen gemacht hatte, dachte ich das Wasser wäre - auf gut deutsch gesagt - arschkalt, aber war es nicht, das war echt angenehm, aber da die Wellen so stark waren, waren unsere Hosen nachher trotzdem klitschnass und ich hab ja schon berichtet wie gut die Sachen hier trocknen :D.

Costa Verde

Da mein Onkel am Tag um die 60 km Fahrrad fährt (jeden Tag! notfalls drinnen.) hab ich mir mal den Spaß erlaubt und die Fahrräder gezählt. Also nach ca. fünf Wochen hab ich ganze 16 Fahrräder gesehen, das ist hier echt nicht so verbreitet, da es auch vieeeeel zu gefährlich ist, wenn die Autofahrer sich schon fast gegenseitig überfahren. Am Strand fahren dann meistens auch ein paar mehr, wir wollen uns diese Woche auch in Barranco Fahrräder ausleihen und damit nach Miraflores fahren. (In Barranco kostet es 10 Soles und in Miraflores 20-30 :D).

Ich habe mittlerweile auch meine erste Kinoerfahrung in Lima gemacht, ich hatte gehört, dass die meisten Filme gar nicht synchronisiert werden und dass die dann in englischer Sprache mit spanischem Untertitel im Kino laufen, das wäre ja super mich, dann könnte ich die auch verstehen. :D War aber leider nicht so, zumindest nicht bei unserem Film, der hieß im Spanischen: "El gran pequeño" (also: der große Kleine) und war komplett auf Spanisch und ohne Untertitel, aber es ging dann doch erstaunlich gut.

Man hat ja schon oft gehört, dass die Peruaner eher klein sind (einige sind auch locker über 1,80 aber viele sind auch kleiner als ich), aber es ist lustig wie sich das auf alle Bereiche auswirkt. In Deutschland zähle ich mit meinen 1,64 ja fast zu den kleineren Menschen, aber hier bin ich schon ziemlich groß :D. Mein Spiegel im Badezimmer hängt schon fast zu tief, also ich kann noch gerade meine Augen darin sehen, ohne mich zu bücken und wenn man mal so durch die Einkaufszentren schlendert, fühlt man sich echt wie n Riese (Sandra, Larissa und Susi sind ja noch viel größer als ich, alle gute 1,70 oder mehr). Kleidergröße XL hab ich bei den Frauen noch nie gesehen und Schuhgrößen sind so von 34 bis 39- ein Traum für alle deutschen Mädels mit kleinen Füßen. ;) ) Da bin ich mit meiner 37 auch noch ganz gut dran und eine Dozentin in der Uni hat auch erzählt, dass die Qualität hier in Peru auch viel besser ist als z.B. in den States und das zum selben Preis oder wenn z.B. die handgemachten Alpakasachen exportiert werden kann eine Jacke die hier vllt 30-80 Dollar kostet in den USA schon mal 800 Dollar kosten.

Apropos Uni: ich habe jetzt meine erste Vorlesungswoche hinter mir und bin größtenteils begeistert, auch wenn das Semester mega anstrengend wird. Die Universidad de Lima ist eine private Uni (wir müssen zum Glück nichts bezahlen, da eine Kooperation mit der Hochschule Bremen besteht- also eine Partnerhochschule), aber die Inlandsstudenten zahlen wohl so um die 7000 Dollar im Semester, was ja in Deutschland schon wahnsinnig viel Geld ist, aber hier in Peru ein Vermögen. Ich habe vier englische Kurse (Negotiation and Dispute Resolution, International Product Development, Commercial Strategies and International Prices & Fundamentals of Global Marketing)  und einen spanischen Kurs (Etica Empresarial) gewählt und jeder Kurs hat es echt in sich: Es gibt zwei Examen (Oktober und Dezember), Tests (Lesekontrollen, teilweise unangekündigt), Gruppenarbeiten und teilweise noch irgendwelche Essays oder Reports über Seminare, die noch zusätzlich besucht werden müssen und das wie gesagt in fast JEDEM Modul, außer im Spanischen (sowas wie Unternehmensethik) da gibt es keine Klausuren, sonden nur Lesekontrollen und vier Gruppenarbeiten( also insgesamt acht!) und die sollen teilweise mit den Peruanern nicht so spaßig sein, da sie nicht so zuverlässig sind und ihnen gute Noten nicht wichtig sind. Da ist es in Deutschland ja echt n Witz mit einem Leistungsnachweis pro Modul. Achja und es gibt Anwesenheitspflicht und die wird nicht so larifari kontrolliert wie bei uns, dass ein Zettel rumgeht und jeder macht sein Kreuzchen- Nein! Hier ist es so, dass der Dozent eine Liste auf dem PC hat mit Foto und Namen der Kursteilnehmer und die werden abgehakt und wenn man nur fünf Minuten zu spät kommt, wird man nicht in die Liste eingetragen und zäht als abwesend. (Jedes Modul findet zweimal die Woche statt und man darf insgesamt höchstens sechs mal fehlen, ansonsten gilt der Kurs als nicht bestanden.) Irgendwie müssen sie die Peruaner ja dazubringen pünktlich zu kommen :D, obwohl es dann hier auch so Experten gibt, die versuchen nochmal mit dem Dozenten zu sprechen, ob sie nicht doch noch n Anwesenheitsnachweis bekommen, immerhin waren sie ja nur 20 Minuten zu spät :D. Mir wurde ja schon angekündigt, dass die englischen Kurse mehr so auf "Spanglish" sind, aber ich habe noch echt Glück gehabt, sie sind größtenteils in Englisch, allerdings ist der Satzbau manchmal sehr an das Spanische angelehnt, also es heißt dann nicht "International Trade", sondern "Trade International", weil im Spanischen das Adjektiv hinter dem Nomen steht, also z.B. Mujer bonita (Frau schöne) :D. Beim Lernen ist es dann teilweise schon echt schwer aus einigen Sätzen der Skripte schlau zu werden. Was auch extrem schwierig ist, ist das hin und herswitchen zwischen drei Sprachen, da ich eigentlich privat immer mehr versuche das Englische zu meiden und zumindest versuche Spanisch zu sprechen, die Kurse aber auf Englisch sind und ich mit den Deutschen hier auch Deutsch rede kommen dann teilweise auch ganz witzige Fehler dabei raus, sowas wie "muy expensive". Ich hatte auch eine ganz witzige Erfahrung mit einem Wort, wenn man dafür keine Übersetzung bekommt, sondern nur Gestiken und Gegenstände hat man nicht immer direkt das richtige Wort. Ein Beispiel: Als die beiden Kolumbiannerinnen noch da waren, hatten sie ne Torte im Kühlschrank und haben darauf gezeigt und mich gefragt: "Ahorita", dementsprechend dachte ich das heißt Torte. Aber als immer mehr Menschen das gesagt haben und gar nicht so selten, bin ich dann doch skeptisch geworden und habe nochmals nachgefragt und "Ahorita" heißt nicht Torte, sondern ist die verniedlichte Form von "Ahora" und das heißt sowas wie "Jetzt gerade"  oder "In diesem Moment" :D 

Hier muss man sich die Bücher übrigens komplett oder kapitelweise kopieren, wenn man sie nicht kaufen will (das ist hier eins der wenigen Sachen -wie Drogerieartikel- die wahnsinnig teuer sind) und eine sagte zu mir, das wäre wahnsinnig günstig, aber sie studiert auch an einer Privatuni :D. Es ist schon krass, wie man angestarrt wird als "Gringa", aber man gewöhnt sich dran. Bei den Gruppenarbeiten wurde ich bisher immer direkt angesprochen und musste mich teilweise sogar zwischen zwei Gruppen entscheiden, aber ich hoffe einfach nicht, dass nachher die ganze Arbeit an mir hängen bleibt. Mit einer Gruppe waren bisher drei Termine abgemacht und die sind immer nicht eingehalten worden, aber ich hab mir sagen lassen, das wäre völlig normal und es wird dann eben kurz vor knapp erledigt. Eine war ein Semester in Italien (heißt Bella ;) ) und sagte sie hätte da immer mit vier Deutschen zusammengearbeitet und wäre davon total begeistert. Ich berichte dann mal in ein paar 'Semanas' wie das so abläuft. Die Mensa ist echt ganz cool, man zahlt 8,5 Soles und das war am Tag als ich das nachgeguckt hab (der Kurs ändert sich fast täglich und soll nur im August und September so gut sein (3,7)) genau 2,35€ (also wie das Stammessen in der HS Bremen) und man kann aber immer zwischen zwei Vorspeisen und zwei Hauptgerichten wählen, bekommt eine Nachspeise oder Obst und einen Saft - und Wasser kann man sich immer umsonst aus so Kanistern holen, also wirklich ganz cool und meistens ist es auch lecker und typisch peruanisch :P.  Es gibt auch ein Gringo- und Dozentenkaffee an der Uni, das ist oben im 10. Stock und man kann die ganze Uni und Teile von Lima sehen (die Uni befindet sich quasi in drei Distrikten, da kreuzen sich La Molina, San Borja und Surco). Das Essen ist zwar minimal teurer (11 Soles), aber besteht auch aus Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise und Saft- und ist wirklich mega lecker und man hat einen Kellner und eben diese geile Aussicht aus dem 10. Stock. :) 

Ich hab euch ja schon mal ein Bild vom Verkehr hier eingestellt und man kann sich dann ja vorstellen, dass es dann unmöglich ist die Straße zu überqueren. Das haben die hier eigentlich ganz schlau gelöst und zwar gibt es alle paar hundert Meter eine Brücke für Fußgänger, man muss zwar oft weiter laufen, als wenn man direkt die Straße überqueren könnte, aber es ist definitiv sicherer. Auf den Brücken sitzen dann auch oft die Bettler, teilweise sogar mir ihren Kindern, und manchmal gebe ich den Armen auch ein bisschen Geld, weil mir das so unendlich leid tut und sie wollen einem dann auch immer Schokolade oder so geben, weil sie so dankbar dafür sind.  Ich denke die bekommen nur ganz selten was, obwohl jeder Student mal ein bisschen was locker machen könnte. Also so etwas wie einen Sozialstaat gibt es hier einfach nicht, die Schichten sind einfach klar getrennt und teilweise doch nur ein paar Meter von einander entfernt z.B. sind die ganzen stinkreichen Studenten mit ihren Markenklamotten und Papis Kreditkarte in der Uni und ein paar Meter weiter sitzt auf der Brücke eine Mutter mit ihren zwei Kindern und hat weder ein Dach überm Kopf noch was zu essen für den Tag- das ist echt wahnsinnig traurig. Es müsste wirklich mal eine Politik geben die das ändert, aber das ist wohl sehr utopisch. Am Straßenrand der großen Straßen sieht man manchmal die Favelas, also die ärmlichen Viertel, wo das Haus quasi aus Pappe besteht oder irgendwelchen Metallstücke, die als Dach verwendet werden. Auch die Kinderarbeit ist hier zwar verboten, aber leider völlig normal. Und wenn man die Kriminalität mal von dieser Seite betrachtet, kann man es fast ein bisschen verstehen: Wenn man ein Smartphone hat, dies auf der Straße oder in der Disco öffentlich präsentiert und dies ist mehr wert als manche im Jahr zur Verfügung haben ist es doch irgendwo logisch, dass es geklaut wird. Also der Diebstahl passiert nicht aus Lust und Laune, sondern einfach nur aus purer Verzweiflung. 

Deswegen nehm ich mein Handy auch nur mit zur Uni und sonst meistens nirgendwo hin- ich hab von Marian (einer meiner Mitbewohner) eine peruanische Simkarte bekommen und von Larissa ihr altes IPhone (das 3er) für 20 Dollar :D(allerdings fehlt mir noch son Adapter), also das konnte ich dann auch mal investieren, auch wenn ich ja absolut kein Apple-User bin. Das kann man dann gut mitnehmen zum Easy Taxi rufen, das ist eine sichere Taxigesellschaft und diese kann via App gerufen werden und man sieht sofort das Nummernschild, Name und Foto des Fahrers und die Farbe des Autos und meist dauert das auch nur 5-10 Minuten. 

Larissa ist auch aus Deutschland und letzte Woche stand sie dann völlig aufgelöst mit Sack und Pack vor unserer Haustür, weil ihr peruanischer Mitbewohner einfach die Bude leergeräumt hat und meinte, die würden jetzt in einer anderen Wohnung wohnen und da ist sie verständlicherweise nicht so froh drüber gewesen und ist erstmal zu uns gekommen und hat ein paar Nächte hier geschlafen, bis sie was neues hatte. Das macht bei 10 Leuten ja eigentlich sowieso keinen Unterschied mehr, aber Suyeon war z.B. sehr genervt, was echt traurig ist. Sie hat das Zimmer zwischen Küche und Wohnzimmer und  beschwert sich immer wenn hier um 20 oder 22 Uhr noch Trubel ist (es reicht ihr schon, wenn wir n Film gucken oder schnacken) und verzieht sich nur noch in ihr Zimmer. Ich fürchte sie wird das kein ganzes Jahr hier aushalten. Sie meinte auch mal zu mir, dass sie am liebsten nur mit Laura, Kevin und mir zusammenwohnen würde, aber das kann sie sich ja leider nicht aussuchen. Die anderen Mitbewohner sind ja jetzt auch alle da, da sind die beiden Spanierinnen- ich glaube die heißen Natalia und Amalia, aber ich hab keine Ahnung wer wer ist, die hängen auch nur zusammen rum, aber sind sonst sehr nett und sprechen auch nur Spanisch, was gut ist. Dann noch die drei Columbians (Jhoan, Jennifer y Juliette) und von denen sieht man auch nicht so viel, am ersten Abend haben sie mir n Schnaps angeboten zur Begrüßung und da war ich schon direkt benebelt und sie sitzen auch in meinem Etica-Kurs. (und danach gabs auch noch Pisco Sour (Nationalgetränk von Peru- Traubenschnaps mit Eiweiß, Puderzucker und Limette) auf einer Hausparty hier in der Nähe). Dann ist da noch Marian, auch aus Deutschland, der ist schon seit April hier und studiert jetzt das zweite Semester und ist die letzten Wochen durch Peru und Bolivien gereist. 

In Peru wird auch Jenga gespielt, aber wer den Turm umschmeißt muss einen kurzen Pisco trinken. :DPisco Spur auf der Hausparty

Ich konnte den Trip nach Ica fast nicht mitmachen, weil ich die ganze Woche vorher wahnsinnige Magenkrämpfe hatte und zweimal im Medicalcenter aufm Campus war (voll gut, dass die das anbieten). Das erste Mal hat sie uns (Larissa hatte die selben Beschwerden) eine strenge Diät verordnet, wo alles verboten war, außer gekochtes Gemüse und Brot und dann sind wir einen Tag vor Abreise nochmal hin und dann hat der Arzt uns ein Antibiotika verschrieben (mir ging es schon etwas besser, da ich zwei Tage die Diät gemacht hab und hab es nicht genommen, weil das ja auch unglaublich müde macht). Als wir beim Arzt saßen und versuchten auf Spanisch unsere Symptome zu beschreiben (was eigentlich nur extreme Krämpfe waren, die sporadisch auftraten), fing auf einmal das ganze Zimmer an zu wackeln und er erzählte uns, dass es ein Erdbeben war. Also es war jetzt echt nicht sooo schlimm, aber schon ein mulmiges Gefühl, aber alles gut und die Uni stand noch. 

Larissa ging es nicht besser und sie verkaufte ihre Karte, aber ich wollte unbedingt mit. Also standen Kevin und ich um 2 Uhr morgens auf und fuhren nach Miraflores, da war dann Abfahrt gegen 4 Uhr und gegen 8:30 kamen wir in Paracas an. Ich konnte während der Bustour leider nicht schlafen und das sollte sich später rächen.

Direkt um neun machten wir eine Bootstour, wo sich mal wieder zeigte, dass ich immer noch nicht seetauglich bin, aber es war trotzdem super. Wir waren in sonem kleinen Speedboot und sind zu einer Insel gefahren, wo wir Delphine, Pinguine, ganz viele verschiedene Vögel und Seelöwen sehen konnten- und das alles in freier Wildbahn, das war echt super.

Das SpeedbootBootstour

Dann sind wir wieder in die Busse und sind ein Stück in die Wüste gefahren, das war Wahnsinn mit der Wüste und dem Ozean (sah aus, wie ein riesiger Strand) und anschließend gabs Lunch in einem peruanischen Restaurant und ich entschied mich für ein Omelett mit Gemüse, da roher Fisch oder Meeresfrüchte wohl zu viel gewesen wären für meinen Magen.

in der Wüste (ich bin die ganz rechts in beige/schwarz)Wüste in Paracas

Der Trip war leider total überbucht und statt 60 Leuten, waren wir 120 und es gab nie genug Platz für alle, so das immer irgendwelche provisorischen Tische gefunden werden mussten- aber das ist halt Lateinamerika und das passt schon irgendwie alles. Eins meiner Ziele ist es ja auch generell etwas entspannter zu werden und das schaffe ich nach ein paar solcher Ausflüge garantiert. Nach dem Mittagessen sind wir dann ca. 1,5 Stunden nach Huaccachina gefahren, der Ort besteht aus vier Straßen, einem Hostel, einer Disco und den Dunas (große Sanddühnen). Wir hatten das ganze Hostel für uns gebucht und sollten eigentlich ein 3er Zimmer bekommen (mit Sandra und Theresa), aber hatten im Endeffekt ein 5er Zimmer, was aber auch echt noch in Ordnung war für eine Nacht, denn es gab auch zwei 16er Zimmer (ja, sechzehn!! :D). Nachdem wir also eine Stunde Zeit hatten, um uns umzuziehen (es war hier voll warm, ich hatte auch einen kleinen Sonnenbrand) ging es dann los mit den Baggies in die Dunas. Das sind quasi so kleine Geländewagen und wir hatten tierisch Angst und der Fahrer sagte wir sollen so laut schreien, wie wir können, denn die "Berge" waren echt sooo steil und tief, aber es war ein rieeeesen Spaß :).

In den BaggiesBaggies

Anschließend wollten wir "Sandboarden", wie Snowboarden nur halt im Sand. Das war zwar ganz amüsant, aber jetzt nicht so wahnsinnig spektakulär.Als wir wieder im Hotel waren war es ca. 19 Uhr und um 20 Uhr sollte es Abendessen geben und anschließend gab es Pre-Drinks und wir sind in die Disco nebenan. Das war alles sehr lustig und hat sehr viel Spaß gemacht, da die Latinomusik auch einfach richtig cool ist und die Leute irgendwie viel lockerer sind, aber ich war auch soooo froh, als wir gegen 3 Uhr nach über 24 Stunden endlich im Bett lagen.

SandboardenPredrinks im Hotel

 Am nächsten Tag sind wir erst um 11 aufgewacht und haben somit das Frühstück verpasst, was zwischen 8 und 10 war. Ich wollte eine Runde im Pool schwimmen und dann duschen, aber es war leider nicht warm, als wir aber um kurz nach 12 auscheckten und noch eine Stunde Zeit hatten, konnten wir uns noch etwas an den Pool setzen und sind gegen 1 zum Mittagsbuffet gefahren. Nach dem Essen wurden einige Sachen verlost, wie Tshirts, eine Tour in den Dschungel und Surfstunden. Theresa hat ein Tshirt gewonnen, Sandra eine Surfstunde und ich natürlich mal wieder gar nichts :D. Aber da ich Sandras Preis für sie abgeholt hab als sie auf Toilette war, hat sie mir angeboten den Preis zu teilen (also das wir eine Stunde kaufen und die dann jeweils zur Hälfte bezahlen) - voll lieb :), also hab ich doch noch n bisschen was gewonnen. Der letzte Stop auf unserer Tour war die Besichtigung eines Weinguts, wo Pisco und Wein hergestellt werden, da haben sie uns dann die Maschinen gezeigt und es gab eine Verkostung und natürlich Trinksprüche. Einer war : Arriba, abajo, alcentro, aldentro (also: nach oben, nach unten, zur Mitte und nach Innen) Ich hab auch eine Flasche Pisco Sour gekauft und versuche sie mit nach Deutschland zu bringen- ich hoffe das klappt :D. Die Rückfahrt von 5 Std zog sich wieder ewig hin und schlafen konnte ich auch wieder nicht. Wir haben zwei Filme während der Fahrt geguckt und der letzte war auch noch irgendwie n Horrorfilm der meeeega laut war, das war echt scheiße :D. Ich hasse Horrorfilme! Gegen 10 waren wir dann wieder in Miraflores und gegen 11 im Bett, war super cool, aber auch echt anstrengend und hätte ich die Antibiotika genommen, hätte ich das niemals durchgehalten. 

 Aber da der Trip mit Erasmus (eigentlich ist dies eine europäische Organisation, die Austauschstudenten finanziell etwas unterstützt, aber ich habe den Organisator mal gefragt und er sagt, ja daher hat er den Namen auch, aber es bedeutet Sonne, Party und Reisen und das fand er gut und hat das so übernommen) wirklich cool war, werden Larissa und ich heute abend auch den Dschungeltrip darüber buchen, der ist Ende September. Das wird bestimmt meega. :) Der Organisator ist auch echt nett und wollte uns dabei helfen günstige Flüge nach Iquitos zu finden und hat mir auch angeboten, wenn ich Langeweile hab, kann ich im Office vorbeikommen und wir schnacken n bisschen Spanisch :D. Er hat auch irgendwie deutsche Vorfahren (jeder hat irgendwas mit Deutschland zu tun, das ist so krass) und spricht fünf Sprachen, aber kein Deutsch :D.

Mein Zimmer ist jetzt übrigens so gut wie fertig, also ich habe eine Duschkabine und eine Tür, aber der Schrank, der mir vor zwei Wochen versprochen wurde ist noch nicht da und ich bezweifle, dass der noch jemals kommt. :D 

Ich darf mich hier übrigens nicht an den Service überall gewöhnen z.B. werden in der Mensa immer die Tabletts abgeräumt und im Supermarkt werden die Einkäufe in Tüten gepackt und die Einkaufswagen darf man mitten auf dem Bürgersteig vorm Laden stehen lassen. Dazu kommt auch einfach (ich weiß ich wiederhole mich) die Freundlichkeit der Menschen, wenn in Deutschland jemand an der Kasse sitzt oder in ner Bibliothek arbeitet sind die meistens sooo schlecht gelaunt und so unfreundlich und hier überhaupt nicht! Marian hat mir letzt auch einen Mercado gezeigt, wo es alles viel günstiger gibt als im Supermarkt z.B. Gemüse, Obst, Aufschnitt, Milch und Eier. Und das Obst ist hier wirklich der Wahnsinn, das werde ich vermissen in Deutschland z.B. Bananen, Erdbeeren AVOCADOS (die besonders) und Äpfel. Was hier nicht schmeckt sind Mais und Gurken, voll die Mutanten, da sie viel zu groß gezüchtet sind und dadurch auch an Geschmack einbüßen. Ich habe mittlerweile übrigens auch viel einheimische peruanische Gerichte probiert, wie Ceviche ( das ist das Nationalgericht= roher Fisch mit Limettensaft), Cuy (Meerschweinchen), Arroz con Mariscos (Reis mit Meeresfrüchten), aber oft auch nur mal bei anderen aus Neugier, mein Gewissen hätte es nicht zugelassen, ein Meerschweinchen zu bestellen.

Apropos Deutschland. Es war ursprünglich geplant, dass ich über Silvester nach Kanada fliege um Melissa, Gesa und Mirja zu besuchen und New Year an den Niagara-Fällen zu feiern, aber da der Flug plötzlich 1000€ mehr kostet und der Flug nach Deutschland günstiger geworden ist, fliege ich nun doch schon im Dezember nach Deutschland. Diesmal etwas entspannter über Madrid und Frankfurt und nur 25 Stunden mit zwei Gepäckstücken :) :D. Also am 18.12.15 um 22:25 Uhr hast du mich wieder Bremen. :D

 

Bis zum nächsten Mal :) :-* 

 

La Universidad, los otros estudiantes de intercambio y otras cosas

Mittwoch, 19.08.2015

Hola mis queridos,

Am 03.08.15 war mein erster Tag des Sprachkurses und ich war echt n bisschen aufgeregt, ist ja immer so, wenn man das erste Mal an eine neue "Schule" kommt. Der Weg dorthin war wieder ein Abenteuer, Diego hatte mir ja gezeigt, wo man einsteigt, allerdings war da irgendwie gar keine Paradero (und zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass man die Busse irgendwo an der Hauptstraße anhalten kann), also lief ich, bis ich eine Bushaltestelle fand und stieg auch noch eine zu früh aus, gut dass ich so viel Zeit eingeplan hatte :D. In Lima leben mehr als 9 Mio Menschen offiziell, aber ca 11 Mio Menschen inoffiziell und wenn man sich überlegt, dass ganz Peru "nur" 30 Mio Einwohner hat und sich auf der Karte anguckt, wie klein Lima ist, kann man vllt verstehen, warum der Verkehr so grausam ist :D. Umso erstaunlicher ist es, dass hier selten Unfälle passieren, da jeder dem anderem die Vorfahrt nimmt und es einfach nur hektisch ist. Man kann nicht mal in Ruhe den Bus verlassen, man wird dann immer mit den Worten "Baja, Baja" (sowas wie "aussteigen") aus dem fast noch fahrenden Bus geschmissen.

Karte von Peru.Verkehr in Lima

Ich traf mich mit den Mädels, und kurz danach mit den restlichen Austauschstudenten, auf dem Campus. Der Campus ist Wahnsinn!! Man muss einen Studentenausweis ( wir erstmal nur ne Kopie vom Passport) vorzeigen, um diesen überhaupt erstmal betreten zu dürfen. Der Campus hat ganz viele Grünanlagen, Springbrunnen, Kaffeehäuschen, Sitzgelegenheiten und natürlich die Vorlesungsgebäude, die nach Buchstaben nummeriert sind (kann man das so sagen? :D). Ich war total beeindruckt, weil man von der lärmenden, grauen, (gefährlichen) Straße in eine andere, sichere und total schöne Welt eintaucht. Das erste was ich tat, war die Bauchtasche abnehmen, da ich mir total affig vorkam, diese auf so einem sicheren Gelände zu tragen und ich habe sie auch danach nicht mehr mitgenommen. Ansonsten sind die Dinger wirklich praktisch, wenn man großen Mengen Geld (z.B. für die Miete) abheben möchte oder wichtige Dokumente, wie Kreditkarten und den Reisepass bei sich trägt. Das Handy lasse ich manchmal einfach zu Hause (evtl. hole ich mir noch ein peruanisches Handy), stecke es in den BH oder vergrabe es ganz unten in der Unitasche. Die anderen Austauschstudenten kommen auch größtenteils aus Europa, wobei die Spanier keinen Sprachkurs brauchen und die anderen Studenten aus Lateinamerika natürlich auch nicht, deshalb lernen wir diese erst Ende August kennen. 

Der Unicampus (zumindest ein Teil davon) Der Plan der Uni

Wir trafen uns erst im Büro der Exchange Koordinatorin, stellten uns kurz alle vor und gingen zusammen mit der Dozentin in unseren Raum, den wir aber nach dem ersten Tag wechselten, da man von draußen direkt in den Raum ging und es dort eiskalt war. Sie erzählte uns was wir so machen werden in dem Kurs z.B. die Sicherheitsbestimmungen in Lima (Taxi, Straße, Disco), die Kultur und Reisemöglichkeiten in Peru und eben auch ein bisschen Grammatik, alles natürlich komplett auf Spanisch, wobei ich glaube, dass sie etwas Englisch spricht. Es musste natürlich so kommen, dass sie auch etwas über uns wissen wollte und ich war natürlich die Erste. Sie stellte mir einige Fragen, die ich leicht beantworten konnte z.B. wo ich herkomme, in welchem Distrikt ich jetzt wohne etc, aber als sie dann (muy rapido) sagte, dass mein Spanisch ja schon gut ist und wo ich das gelernt hätte, konnte ich darauf natürlich nicht antworten bzw. hab erst die Frage nicht verstanden. Also die Meisten sprechen schon sehr gut und einige wenige sind so auf meinem Stand, aber ich würde schon sagen, dass ich noch ziemlich viel lernen muss, aber das kommt! :) Nach zwei Wochen geht das Verstehen auch schon besser als am Anfang, sofern sie nicht extrem schnell sprechen oder keinen krassen Akzent haben, aber das Sprechen bzw. Antworten fällt mir noch sehr schwer und erfolgt meistens nur in einzelnen Wörtern. Anschließend haben wir die Mensa gesucht, aber die macht wohl erst auf, wenn die Uni richtig losgeht, also aßen wir was in der Mall nebenan und zwar gibt es dort sone Selbstbedienungstheke, wo 100 gramm irgendwie 2 Soles kosten und da gibt es dann Salat und ganz viele Gerichte mit Reis. Am nächsten Tag sollten wir im Oficina unsere Kurse wählen. Es gibt bei den Englischen Kursen leider jeweils nur einen Dozenten und eine Uhrzeit, bei den Spanischen Kursen hat man viel mehr Auswahl und auch im Stundenplan (Horario) viel mehr Möglichkeiten, aber das traue ich mir noch nicht zu, wahrscheinlich werde ich spaßeshalber einen besuchen und wenn ich da dann nicht bestehe, ist es nicht so schlimm, da ich nur vier Kurse vorweisen muss. Ich hatte mich mit Diego zum Lunch verabredet, allerdings war er irgendwie nicht da, aber Roxana fing mich direkt wieder ab und wir aßen zusammen mit den Bauarbeitern und einer Friseurin. Es gab etwas typisch Peruanisches, das heißt Aji de Gallina und ist komplett gelb und ist quasi scharfes Hühnchen, dazu gabs natürlich Reis, total lecker :) . Die Friseurin fragte mich dann, ob sie mir nach dem Mittag meine Nägel lackieren soll und schwups saß ich unten im Salon und wusste erst gar nicht was los ist und als ich sie fragte, was das kostet, sagte sie nur :Roxana! Ich hab mich versucht ein bisschen mit ihr zu unterhalten und sie arbeitet wohl auch wirklich gerne dort und wohnt sogar auch hier im Haus und ist total freundlich, wie eigentlich alle hier. 

An einem Wochenende wurde hier für uns Intercambios eine Party organisiert, wo wir erst bei einer Peruanerin in Miraflores vortrinken wollten und anschließend auf der Gästeliste für einen Club standen (der ohne Gästeliste 70 Soles, das sind ca. 20Euro, kostet). Wir wurden total herzlich empfangen und alle sprechen natürlich nur spanisch, aber das ist die beste Art das zu lernen. Sandra spricht sehr gut Spanisch und dominiert dementsprechend meistens das Gespräch und wir brauchen nur zuhören ;). Aber manchmal sagt sie dann auch, dass ich noch nicht alles verstehe und dann sind die Peruaner besonders interessiert und wollen unbedingt gucken "wie wenig" ich verstehe und sprechen dann aber schön langsam und sind sehr verständnisvoll. In den Club kamen wir allerdings nicht rein, da einige keine ID mithatten (z.B. ich) oder noch zu jung waren (Frauen 21, Männer 23) und deshalb sind wir dann ins "Bierhaus" in Barranco gegangen. Wir waren schon ziemlich überrascht, dass es ein deutscher Name war und stellten uns sone typische deutsche Kneipe vor, aber es war eine Discothek mit mehreren Tanzflächen und einer Terasse im ersten Stock, schon echt cool. Es ist Wahnsinn, wie die peruanischen Mädels alle tanzen können, allerdings könnte man dies in Deutschland auch nicht so machen ohne doof angeguckt zu werden, aber die haben es einfach im Blut und haben ihren Spaß. Wir haben dann in einem großen Kreis getanzt (wir Deutschen haben es zumindest versucht :D) und ab und zu wurde eine von uns dann mal von einem Peruaner weggezogen, der tanzen wollte, aber das haben wir meistens abgelehnt, weil man die dann schwer wieder loswird. Es läuft eigentlich immer gleich ab: "Woher kommst du? Wieso Lima? Kannst du Salsa tanzen? Nein, ok dann zeig ichs dir! :D"

Blick von unserem DachSüßigkeitenfahrradBarrancoUnsere Alpaka-Pullis

Zwischenzeitlich waren auch kurz zwei Kolumbianerinnen hier, die waren super lieb und lustig, aber leider nur drei Tage und am Sonntag war hier dann noch Abschieds-Pancake-Frühstücken mit ein paar Freunden aus der Uni. Da hat man mal wieder die krassen Kulturunterschiede gesehen, das Taxi zum Flughafen sollte um 9:40 Uhr hier sein und um 9:20 waren noch nicht mal die Pancakes fertig :D, das würde bei einer deutschen Abreise denke ich ein wenig anders ablaufen. Im Endeffekt saßen sie glaub ich um 10 im Taxi. MIt den Freunden von den beiden, habe ich dann noch Nummern ausgetauscht und die haben mir auch wieder ihre Hilfe angeboten, die sind so freundlich alle hier, das ist einfach unglaublich :)

Pancake Abschiedsfrühstück ( ich war noch im Pyjama)

Die Bauarbeiter sind schon seit zwei Wochen hier und haben erst das Badezimmer hier auseinander gekloppt wegen irgendwelcher Rohre und jetzt machen die nebenan die Wohnung fertig, damit dort auch welche einziehen können- alles Austauschstudenten! Wir sind dann ca. 10 Leute, das wird bestimmt witzig :). Ich hatte mich damals für das kleinste und günstigste Zimmer entschieden, da alle anderen Zimmer zwischen 350 und 500 $ kosten sollten und meins zu dem Zeitpunkt nur 300. Scheinbar wurden die Preise jetzt aber angeglichen und somit kosten jetzt alle 300, außer das Doppelzimmer und somit hatte ich ja mal wieder ins Klo gegriffen :D. Nelson (Diegos großer Bruder und der Eigentümer von HatumTambo) zeigte mir ganz begeistert die andere Wohnung, wo allerdings noch nichts fertig war und das Zimmer das noch aus Küche und Waschraum besteht, aus dem aber Schlafzimmer und Badezimmer werden sollten. Aus Spaß sagte ich dann, dass ich mir vllt nochmal überlegen sollte in ein anderes Zimmer zu wechseln, solange die noch frei sind und wenn jetzt alle gleichviel kosten. Zu meiner Überraschung meinte er dann, wenn ich wollte, könnte ich das "Noch-Küche-Zimmer" haben und dann eben mit einem größeren Bett und einem eigenen Badezimmer, was ja bei 10 Leuten sehr vorteilhaft ist. Nach einer Woche sieht es jetzt aber leider ganz anders aus: ich sollte eines nachts meinen Kram packen und vorübergehend in das Doppelzimmer umziehen, da die andere, die in mein Zimmer soll, am Morgen darauf kommen sollte. Allerdings konnte ich dort auch nur zwei Nächte bleiben und es ist seitdem nichts in meinem neuen Zimmer passiert, obwohl Nelson immer sagt, es sei fast fertig (siehe Bilder- ein bisschen wie im Knast mit dem Klo gegenüber vom Bett :D). Ich bin mal gespannt, wie das jetzt ablaufen soll, aber dafür hab ich dann in (ich hoffe) einer weiteren Woche n cooleres Zimmer. Momentan bin ich allerdings ein bisschen sauer, weil ich mit meinem ganzen Kram im Flur sitze, weil das Doppelzimmer in einer Stunde auch belegt sein wird und ich nicht weiß, ob ich heute Nacht überhaupt ein Zimmer habe.(Ich muss sofort springen und raus, aber alle anderen dürfen sich schön Zeit lassen :D)  Man wird auch immer vetröstet, das Zimmer bzw Alles sollte letzte Woche Freitag fertig sein (6 Tage her) und jeden Tag heißt es : Ja, die Bauarbeiter sind heute/morgen fertig und gestern hieß es dann: Wenn du morgen aus der Uni kommst, ist es definitiv fertig. Das ist jetzt sechs Stunden her und die sind hier alle ganz wild auf Spanisch am rumdiskutieren und nach "listo"(fertig) sieht es absolut nicht aus. Allerdings hab ich jetzt auch mal ne andere Seite von Roxana kennengelernt, auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden hab, sie hat die Bauarbeiter sowas von zusammengestaucht, allerdings hätte die Ansage vllt mal vor ein paar Tagen kommen sollen und nicht erst heute. Ich denke nächstes Mal weiß ich dann was nun los ist:D. Fertig wird es heute übrigens sowieso nicht, denn die Duschkabine, der Kleiderschrank und das Fenster zur Dusche fehlen, da ist nur ein Loch. Und ich muss die dann reinlassen und aufpassen, dass die nichts mitgehen lassen :D Nelson meinte gerade noch ca. 1,5 Wochen, das sind in Peru wohl eher 4 Wochen und solange lass ich jetzt wohl das meiste Zeug bei Suyeon im Zimmer. 

Zimmer im Umbau 1Zimmer im Umbau 2

 

Vor ca 10 Tagen habe ich Nelson die Miete und die Kaution gegeben und er meinte aufgrund der ganzen doofen Umstände (Kaltes Wasser, laute Bauarbeiten und keine anderen Studenten zu dem Zeitpunkt) gibt er mir 50 Dollar wieder und ich habe mich total gefreut, als er dann ging, meinte er dann aber: ich mache den Vertrag dann jetzt fertig und ziehe die 50 Dollar dann von der Kaution ab. Na Toll! Das bringt mir ja überhaupt nichts :D. Ich habe ihn dann auch nochmal gefragt, ob er das nicht lieber von der Miete abziehen kann, aber er meinte das sei nicht möglich. Allerdings nach dieser Woche werde ich ihn wohl nochmal fragen, langsam reichts :D (obwohl ich gestern den Vertrag unterschrieben hab, aber da wusste ich auch nicht, dass ich heute vllt kein Zimmer hab :D ). Nelson geht übrigens auch schon wieder :(, er macht seinen Master in Frankreich. Ich hoffe die anderen bleiben jetzt mal ein bisschen hier, ich hatte genug Abschiede dieses Jahr.

Die andere Küche (aus dem vorherigen Blogeintrag) und das Wohnzimmer teilen wir uns dann übrigens mit 10 Leuten, dass wird lustig :D. Momentan sind wir zu viert, außer mir sind noch Suyeon (eine Koreanerin), Laura (Kolumbianerin) und Kevin (ein Mexikaner) hier. Als Suyeon ankam, kamen ihre Koffer leider nicht an und sie war total verzweifelt und traurig und dann bin ich, als Haus-Omi, erstmal mit ihr in die Mall gefahren und wir haben ihr n Schlafanzug etc. gekauft und am nächsten Tag hat Nelson mit ihr den Koffer vom Flughafen abgeholt. Einen Abend haben wir dann hier gekocht mit noch zwei anderen aus der Uni und dann gab es original mexikanische Guacamole (Avocadocreme mit Limettensaft, Chilli, Tomaten etc. ;) ), einen deutschen grünen Salat, koreanischen Reis und Pudding, eigentlich wollte der Italiener noch Spaghetti Cabonara machen, aber das wäre wohl zu viel geworden. Mit Laura habe ich bisher noch nicht soo viel gesprochen (sie ist jetzt in meinem alten Zimmer), aber sie scheint sehr nett zu sein und hat montags und mittwochs auch bis 22 Uhr Vorlesung, denn können wir immer zusammen gehen. Kevin ist der typische Latino, total entspannt in jeder Lebenslage (auch wenn man es mal eilig hat), aber super nett. Wir haben abends immer unsere Oreo-Time (also diese Kekse). In einer Packung sind immer vier drin und wir teilen uns die dann immer, wobei er die noch in Nutella (ja echtes europäisches Importprodukt-kostet hier übrigens 19 Soles, also fast 6 Euro, gut dass ich nicht so viel Süßkram brauche) eindippt, es kann eben nicht süß genug sein. 

Suyeon, Kevin und ich beim Guacamole-Machen

Letzte Woche waren wir in einem Sushi-Laden, das war soo unglaublich lecker. Man kann immer 5 oder 10 Sushi bestellen oder eben "All you can eat" für umgerechnet 15 Euro. Allerdings ist es auch so, dass man nur das ordern darf, was man auch wirklich isst, ansonsten muss man das zahlen, was man liegen lässt. Man sucht sich dann also Maki aus und bekommt von jeder Sorte fünf Stück plus Getränke und andere Sachen wie Hähnchenspieße oder Reis. Das war wirklich verdammt lecker. Aber es gibt keine Maki nur mit Gemüse , sondern fast immer Lachs oder Krebsfleisch, aber trotzdem wahnsinnig "rico". 

Sushi- Essen

Hier wird übrigens alles immer mit einem -ito oder -ita verniedlicht z.B. gibt es dann cafesito(Kaffee), mamita (Mama), poquito (von poco- ein bisschen) oder teilweise auch bei Namen z.B. "Theresita" ;) :D. Meinen Namen kann übrigens niemand aussprechen, dann bin ich mal Katja oder Nadja oder Saschkia, aber am besten ist Roxana, die sagt immer Sasa! :D 

Ich bin ja auch öfter bei Sandra und Theresa in Barranco und da fahre ich dann, wie schon einmal erwähnt, erst mit dem Wackelbus und dann mit der Metropolitano z.B. wenn Feiern sind (meistens in Miraflores oder Barranco), der Strand ist da oder letzt haben wir auch durch Zufall n Schoko-Museum gefunden, wo der Eintritt frei ist. Die letzte Fahrt mit der Metropolitano war aber echt schon wieder n Erlebnis :D. Die ersten vier Bahnen sind vorbeigefahren und haben gar nicht angehalten, weil die viel zu voll waren und die nächste war für peruanische Sichtweisen nicht voll, aber eben so voll, dass man da absout nicht mehr reinkonnte (und ich meine nicht, dass es keine Sitzplätze mehr gab, sondern, dass jeder Zentimeter ausgeschöpft war.) Die nächste war annährend genau so voll, aber ich hatte schon 20 Minuten gewartet und wollte nach Hause bevor es dunkel ist, also quetschte ich mich da noch rein, aber ich passte nicht ganz rein und die Türen der Bahn haben mir dann die Versen eingeklemmt :D. Zwei Stationen weiter war dort ein wirklich dicker Mann, der in die Bahn wollte und alle an der Tür sagten schon, er solle dies bitte nicht tun, aber er hat sich tatsächlich noch mit reingequetscht, ich war sooo froh, als ich aussteigen konnte. In der Rush-Hour (7-9, 12-14 und 18-20 Uhr) benehmen sich die Leute, als wären die Bahnen der Metropolitano die Rettungsboote der Titanic, das ist echt unfassbar. Übrigens gibt es hier auch so etwas wie Fahrpläne nicht, die fahren halt einfach wenns passt, teiweise kommen fünf Wackelbusse hinter- oder nebeneinander und bis auf dieses eine Mal, habe ich nie länger als 5 Minuten gewartet.

Ein großes Problem in Peru ist das Falschgeld, vor ein paar Jahren war Peru mal auf Platz 1 für Falschgeld, als uns das erzählt wurde, haben wir alle unser Geld kontrolliert und hatten natürlich ALLE mindestens eine falsche Münze (Scheine werden wohl seltener gefälscht, zumindest hatten wir noch keine), die sind dann ganz platt, haben wenig Gravur, man kann diese nicht stapeln und die sind von außen nicht geriffelt. Man bekommt diese nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Uni, im Supermarkt und im Restaurant. Wenn man die Leute dann darauf aufmerksam macht ist die erste Reaktion immer: "Nein! Das ist nicht falsch, alles gut", aber wenn man die dann trotzdem tauschen möchte, machen sie dies auch, allerdings haben sie manchmal tatsächlich kein "richtiges Geld". Anfangs waren wir echt genervt davon, überall dieses Falschgeld zu bekommen, aber mittlerweile wissen wir, dass es auch leicht ist, diese wieder loszuwerden. Natürlich ist es blöd, diese wieder in Umlauf zu bringen, aber man kann nicht alle selbst aus dem Verkehr ziehen, zumindest nicht als armer Student. 

Das viele Busfahren hat auch wirklich Vorteile: 1. Hab ich nach diesen Buserlebnissen wahrscheinlich keine Angst mehr in einen deutschen Bus oder ein deutsches Auto zu steigen und 2. verbessert sich mein Orientierungssinn ungemein(zumindest hoffe ich das), denn bei so vielen Distrikten und verschiedenen Bussen, muss man sich immer bestimmte Sachen merken, wo man dann aussteigt z.B. ist das bei meinem Apartment ein großes blaues Gebäude.

Meine Tante würde jetzt sagen "gefühlte 40% Luftfeuchtigkeit:D", also es ist wirklich krass. Wenn man Wäsche wäscht, dauert es 4-5 Tage bis die trocken ist und bei meinen Haaren ist es fast ähnlich. Wenn ich die abends wasche, sind die morgens tatsächlich noch nass, also muss ich tatsächlich manchmal zum Föhn greifen, was ich sonst nie mache. Hier sind 18 Grad aber auch definitv kälter als in Deutschland und nachts mache ich mir immer ne Wärmflasche :D Aber hier fängt der Sommer halt erst so im November an, wenn es bei euch kalt ist ;). Hier gibt es auch sowas wie Heizungen nicht, nur So "Terma" für das warme Wasser und Kevin wusste z.B. auch nicht was ne Wärmflasche ist, er war ganz begeistert, als ich ihm die gezeigt hab.

Mein letztes Essen bei den Sierras ist nun schon ein bisschen her, da ja jetzt auch andere Studenten hier sind und sie wahrscheinlich kein schlechtes Gewissen mehr haben. Aber das war nochmal cool :). Ich hab die beiden dann gefragt, ob ich mal ein Foto für euch machen darf (siehe unten) und es gab "Sancochada" oder auch "Zopa de la casa (Suppe des Hauses)" und sie sah auch so ähnlich aus wie unsere Suppen, aber nichts war kleingeschnitten. Da war ein ganzes Stück Fleisch mit Knochen, ein halber Maiskolben (voll der Mutantenmais hier und der schmeckt auch nicht sooo gut), ne Karotte, ein riesiges Stück Kohl und Nudeln drin. Als Umberto gemerkt hat, dass ich mich etwas schwer damit tue, die Suppe mit dem Löffel zu essen, hat er mir Messer und Gabel gegeben, die anderen Beiden haben die Suppe halb mit dem Löffel und halb mit den Händen gegessen. Aber geschmacklich war die super. :D 

Roxana und Umberto

Letztes Wochenende war dann hier die größte Integrationparty des Jahres. Man kauft vorher Karten für 50 Soles (15 Euro) in einem Office in Miraflores und bekommt ein Bändchen. Treffpunkt war dann auch in Miraflores um 13:30, allerdings hätte man sich ja fast vorstellen können, dass der Bus erst 15:15 losgefahren ist. Es waren wohl nur so 50 km, aber wir sind genau an der Uni vorbeigefahren (10 km- 1 Std Fahrt) und da ich da ja in der Nähe wohne, wäre es für mich besser gewesen da um 16 Uhr zu warten, anstatt um 12 Uhr nach Miraflores zu fahren, aber das kann man ja vorher nicht wissen. Anschließend sind wir durch ein ganz furchtbares, ärmliches Viertel gefahren, das wirkte wirklich sehr traurig und die Straßen waren sooo klein und die Abhänge der Berges soo nah, aber alles gut gegangen :D. Uns wurde eine Art große Poolparty mit 300 Leuten versprochen, aber als wir aus dem Bus ausstiegen war es kalt :( eine Stunde bevor wir ankamen, war es noch sonnig :/. Allerdings war die Party sehr cool, ich war zumindest mit den Beinen im Pool (zwei andere (von 300) waren ganz drin) und habe mein Corona (mein Lieblingsbier"Ich bin halt mehr der Corona-Typ" (Zitat aus Fast and Furious)" -mexikanisch und deshalb hier recht günstig) getrunken. Es gab eine Art Fußballspiel, wo alle Spieler so große, aufgeblasene Bälle anziehen mussten, das war schon witzig, weil alle reihenweise umgefallen sind und über ihre eigenen Füße gestolpert sind. Natürlich Bierrutschen (Trichter mit Schlauch) und Bier Pong (wie Ping Pong, aber wenn die gegnerische Mannschaft einen Becher trifft, muss man was? natürlich trinken! :D ). Dann hatten sie riesige Musikboxen, Scheinwerfer bzw. Discolichter und eine Tanzfläche aufgebaut. Ich hatte sogar einen kleinen Salsakurs und er meinte immer ich könnte das schon voll gut, allerdings glaube ich dass er das nur so gesagt hat. Nach drei oder vier Tanzversuchen haben wir es übrigens aufgegeben, da man einfach immer angequatscht wird und irgendwann hatten wir die Nase voll und haben uns auf die Liegen am Pool gesetzt. Da sind wir dann durch Zufall mit dem Mann ins Gespräch gekommen, der die Liegen getrocknet hat (ja es hat auch noch geregnet, aber nur so leichter Sprühregen) und er hat uns dann das Ferienhäuschen gezeigt. Er und seine Frau waren so 50-60 und so unglaublich herzlich, sie haben uns dann erzählt, dass die Familien in der Selva (im Dschungel) leben und sie die nur alle paar Jahre mal sehen können (das ist ein Weg von zwei Tagen) und dass sie eben hier arbeiten, für nicht mal den Mindestlohn, und ihre Kinder hier auch zur Schule gehen und sie unbedingt wollen, dass die die Chance bekommen zu studieren. Sie sind damals nach Lima gekommen, weil die Frau operiert werden musste und dann sind sie halt hier geblieben. Er war übrigens sehr schick gekleidet, das müssen die hier glaube ich, die Busfahrer haben z.B. auch immer Anzughosen an. Da Sandra und Theresa beide krank waren und Sandra kaum noch sprechen konnte, hat er uns dann einen Tee mit Kräutern aus dem Garten gemacht und Brot hingestellt. Das Brot haben wir aber nicht genommen, weil das bestimmt nur aus Höflichkeit war und die es mit Sicherheit selbst brauchen können. Nachdem er uns den Tee hingestellt hat, sind beide nach hinten gegangen, voll traurig, wahrscheinlich sind sie es so gewohnt, dann wegzugehen, wenn andere essen oder trinken :( Als wir nachher zum Bus gegangen sind haben wir uns von Ihnen verabschiedet und sie haben sich noch für unsere Gesellschaft bzw. die Gespräche bedankt, das ist einfach zauberhaft. Und ich glaube, obwohl sie so wenig finanzielle Mittel haben sind sie wesentlich glücklicher als manche Menschen mit viel Geld.

Ich, Theresa und Sandra auf der IntegrationpartyDer Platz der IntegrationpartyDas lustige Fu0ballspiel

Auf dem Rückweg hat es mit der Strecke dann besser geklappt. Ich hörte nur, wie einer sagte "Rosa Toro", was ja meine Haltestelle ist und dem schloss ich mich dann an, da es dann möglich war, an anderen Orten auszusteigen. Da man nachts und gerade als Frau nicht alleine rumlaufen sollte, brachte er mich bis vor die Haustür, obwohl er komplett in die andere Richtung musste. Als ich mich mehrmals bei ihm bedankte, meinte er nur, ach als ich in Costa Rica war (da gibt es angeblich keine Adressen- sondern eine Wegbeschreibung ist dann etwa wie: die vierte Straße und dann das dritte blaue Haus auf der linken Seite- keine Ahnung wie das mit der Post funktioniert), haben mir auch alle den Weg gezeigt. Er ist übrigens Chemie- und Spanischlehrer an einem College hier, falls mein Spanisch sich nicht genug verbessert, muss ich wohl noch Spanischnachhilfe nehmen. 

Was am Rest des Wochenendes passierte und was ich hier sonst noch so erlebe in den nächsten Tagen (vllt auch Wochen) werdet ihr im nächsten Eintrag erfahren. Übrigens werde ich keine Tageszusammenfassungen mehr machen, sondern nur die einschneidenen Erlebnisse erzählen, ansonsten wird das schnell langweilig bei mehr als 140 Tagen. :P

Kuss und Schluss:-*

Mein Alpaka-Pulli      

   

 

Die ersten Tage

Sonntag, 02.08.2015

Queridos lectores, 

Da ich ja schon um ca. 17:30 geschlafen hab, war ich am nächsten Tag nach peruanischer Zeit schon um 5 Uhr morgens wach. Nachts war irgendwann mal jemand da, hat Zahne geputzt, kurz Spanisch gesprochen und ist dann scheinbar wieder abgehauen, denn morgens war niemand mehr da. Gegen 8 hatte ich ganz plötzlich n kleines Tief, ich kann nicht mal beschreiben weshalb, aber Ich hatte ca. 22 Stunden nichts mehr gegessen, kannte mich nicht aus, wusste nicht wo der Bus fährt, wo Supermärkte sind, wo ich Geld tauschen kann und ich konnte kein Spanisch, dann bekam ich scheinbar plötzlich Panik.

Eine gute Stunde später stand plötzlich jemand im Wohnzimmer und rief "Hola, Buenos dias..Hola.". Ich lief schnell zur Tür, da diese ja nur von innen aufgeht und dort stand 'Mama Sierra/Sanchez' küsste mich zweimal auf die Wange und fragte "Tomás un café", ich versuchte ihr zu erklären, dass ich mich eben anziehe und dann runterkomme. Als ich unten ankam hatte sie mir nicht nur Kaffee hingestellt, sondern einen Smoothie (hier "Jugo"=Banane, Erdbeere und Milch), einen Panini mit Käse, ein gekochtes Ei (Das Salz hat hier fast n bisschen die Konsistenz von Puderzucker)  und noch jede Menge Baguette mit Schinken. Da ich nicht wusste was "Möchte/Hätte gerne oder ähnliches" hieß und nicht unhöflich sagen wollte "Necesito leche", hab ich meinen Kaffee dann eben schwarz getrunken. Als dann noch Nani, die Haushälterin und Köchin, reinkam, die sich mit den Worten "muy frio" in ihrer Winterjacke an den Tisch setzte, legte Roxana den Arm um mich und stellte mich als ihre "hija" vor. Ich war so gerührt von der ganzen Freundlichkeit dieser Menschen und das schlechte Gefühl am Morgen war wie weggeblasen. Hier sind es zwar eigentlich immer mindestens 16 Grad, aber es ist eben Winter und die Peruaner frieren. Ca. eine halbe Stunde später stand dann auch Diego auf und dann sagte er mir endlich das spanische Wort für "satt", da Roxana wohl schon dachte, dass mir ihr Frühstück nicht schmeckt. Ich fragte Diego, ob wir evtl zusammen mit dem Bus zur Mall fahren könnten, weil ich mich dort mit den Mädels treffen wollte (ich hatte den Beiden vorher mein Leid geklagt und sie baten an, sich dort mit mir zu treffen und abends wollte ich dann in Barranco schlafen). Ich hatte 20 Minuten Zeit meine Sachen zu packen, denn in der Zeit wollte Diego duschen gehen, aber nach 5 Minuten kam Roxana hoch und brachte mir noch eine Decke (weil ich bei dem "Muy frio en la noche- Gespräch" nur genickt hatte - total süß) und wollte mir das Dach zeigen, wo ich Wäsche aufhängen kann und ihren Salon unten. Eigentlich hätte ich die restlichen 10 Minuten gut gebrauchen können, um mal eben Haare zu kämmen oder so, aber sie bestand darauf, dass ich unten im Salon auf Diego warten sollte und widersprechen konnte und wollte ich ihr nicht :D.

Er hat wohl nicht ganz verstanden, dass es mir hauptsächlich darum ging die Mädels zu sehen und im Endeffekt haben wir n kleinen Roadtrip durch Lima gemacht. Wir sind zur Embassy (Botschaft) gefahren, weil Diego an dem Morgen die Zusage für seinen Auslandsaufenthalt bekommen hat (Tschechische Republik, Niederlande und evtl Deuschland, wobei die Dauer ungewiss ist und deshalb hat Roxana auch geweint am Frühstückstisch :( ), dann noch nach San Miguel, wo seine Familie noch andere Häuser baut. Es ist so krass, wie die Sicherheitsbestimmungen von den deutschen abweichen. Wir sind vier Treppen nach oben gelaufen und dann war da plötzlich ein Loch, wo später mal der Fahrstuhl hin soll und am besten war die fünfte Treppe, denn die hatte noch gar keine Stufen, aber hochgelaufen sind wir da trotzdem.(siehe Bild). Ich erzählte ihm, dass die Deutschen da auf jeden Fall viel spießiger sind und alles absperren und alles genehmigt werden muss und er erklärte mir, dass in Peru so gebaut werden darf, wie man will, aber es manchmal eben alles andere als sicher ist.

Blick vom Haus in San MiguelDie Treppe :DKüste!

Anschließend sind wir noch zum Strand gefahren und haben einen Friseursalon seiner Mutter besucht, weil ich auf Toilette musste :D. (Sie hat wohl mehrere davon). Alles was auf dem Strandbild so kahl aussieht, wird jetzt von der Firma seiner Tante bepflanzt, um dem ganzen Häuserbau etwas entgegenzuwirken. Trotzdem gefiel mir der Strand am Besten, ist irgendwie ein bisschen Heimat :). Es scheint so, als hätte seine Familie stramm zu tun. :D Als er mich fragte, was er mir noch zeigen könne, sprach ich das mit der Maill noch einmal an und da hat er das wohl erst verstanden. Wir fuhren also wieder zurück, was natürlich wieder ewig dauerte und ich wollte gerne mit dem Bus fahren (ja, ich! :D), um zu sehen, wie das Montag funkioniert. Wir fuhren also wieder zurück zum Apartment, Diego wechselte mir ein paar Dollar in Sol (PNS= Peruvian Nuevo Sol) und wir liefen zur Bushaltestelle ( Paradero).

Sol (S./) Der Zweier sieht aus wie unserer, aber ist nur ca. 60 ct wert.

Eigentlich muss man sone Busfahrt mal mitgemacht haben, denn es ist sonst kaum vorstellbar und Fotos kann man leider nicht machen, weil die Gefahr zu groß ist, dass das Handy geklaut wird. Also man stellt sich an eine Paradero (oder auch ein Stück weiter weg) und gefühlt alle 5 Sekunden kommt ein Bus (wobei das Wort Bus vllt gar nicht passt, also viel größer als Rüdiger (Mein Auto)waren die nicht), dann springt einer aus dem Bus raus und schreit wo es hingeht und man kann dann einsteigen. Die Fahrt war so schaukelig, dass ich zweimal fast hingefallen wäre und da hat Diego mich ganz schön für ausgelacht :D, ich glaubte es ist schlauer auf einen leereren Bus zu warten, denn Stehen ist in diesen Minibussen mehr als gefährlich ist, aber unser Bus war schon "leer", normalerweise in der Rush Hour jeder Zentimeter ausgeschöpft und zum Atmen ist nicht mehr viel Raum und jeder über 1,70 kann nicht mal gerade stehen :D. Irgendwann während der Fahrt fragt dich der Hop-on-Hop-off-Typ wo du hinwillst und dann gibt man ihm zwischen 0,5 Sol und 2 Sol, das ist abhängig von der Strecke und das sind umgerechnet ca 20-80 cent. Hat man das 'Destino' erreicht, muss man den Bus aber auch so schnell wie möglich verlassen, denn sonst fährt der weiter. Allerdings sowas wie eine Haltestellenanzeige im Bus oder an der Haltestelle gibt es nicht, ich hab keine Ahnung woher die Leute wissen, wo welche Haltestelle ist. In zwei Wochen ist das wahrscheinlich ganz normal, aber es ist echt tierisch witzig in diesen Bussen.

Die Malls hier sind riesig und teilweise überdacht  also wie sone kleine eigene Stadt. Diego meinte die Malls sind sehr American-Style. Es gibt auch viele bekannte Läden z.B. hat gerade erst H &M aufgemacht, aber dafür bin ich ja nicht nach Peru gekommen. ;). Wir gingen dann alle zu viert etwas in einem quasi peruanischen FastFoodLaden essen (ich war noch total satt von Roxanas Frühstück), aber es erinnerte auch eher an Amerika. Diego hatte uns zu seiner Bachelorparty eingeladen, da er am nächsten Tag seinen Abschluss machte und feiern wollte, dass er ins Ausland geht (im Prinzip war die Einladung aber etwas eigennützig, aber dazu später). Peru hat eine eigene Cola, die Inka Kola, die mussten wir natürlich probieren und haben uns zu dritt eine Flasche bestellt. Die hat son richtig giftiges Gelb und schmeckt einfach nur nach Kaugummi, nicht so richtig lecker :D. Das Essen war jetzt auch echt nicht besonders günstig, dafür muss man wohl in lokale Restaurants gehen, aber echt in Ordnung (so Sandwiches und Pommes).

Inka Kola

Danach wollten wir ja nach Barranco, wir fuhren also noch vier Stationen mit dem Klapperbus und anschließend mit der Metropolitano. In den kleinen Bussen ist es übrigens völlig normal, dass an den Haltestellen Verkäufer mit Süßigkeiten hereinkommen und die für 1-2 Sol verkaufen, es kommen manchmal auch Bettler rein, der eine zeigte uns seinen Bauchnabel, der sah wohl nicht so ganz gesund aus (ich hab den zum Glück nicht gesehen). Die Metropolitano ist vergleichbar mit der bremischen Straßenbahn, es ist eine ganz moderne Bahn, die eine eigene Spur hat und man hat wie in New York bei der Metro eine Karte, die man aufladen kann und eine Fahrt kostet immer 2,50 Sol (für Studenten wohl nur 1,25Sol, aber die Karte haben wir noch nicht. ) Die Mädels wohnen über einer WG von deutschen Mädels, die schon ein Jahr in Lima sind und haben daher eine Karte bekommen, die haben wir dann alle drei benutzt. Als wir in Barranco ankamen, ging ich das erste mal in einen Supermarkt (die anderen beiden waren schon vorher da), ich finde das ist immer eins der interessantesten Dinge in einem fremden Land. Es gab viele internationale  Sachen, die dann aber auch dementsprechend teuer sind z.B. kostet unser Shampoo umgerechnet 10 Euro (das einheimische natürlich nicht) oder Käse kostet fast immer zwischen 6 Sol und 25 Sol hochgehen (z.B. Philadelphia) . Wir wollten uns einen Obstsalat machen und dachten wir kaufen eine Mango, eine Ananas, eine Papaya, eine Maracuja, Sternfrucht, Granatapfel, Äpfel, Bananen usw, aber im Endeffekt waren irgendwie auch ein paar andere Sachen dabei. Wir bezahlten für das ganze Obst 18 Sol, das sind weniger als 6 Euro, also Obst ist hier wirklich günstig. Ich kaufte außerdem noch Toilettenpapier, Müsli und Wasser :D. Theresa fiel auf, dass nur ganz wenige peruanische Frauen geschminkt sind, aber dafür Verkäuferinnen etc. immer umso mehr und die weiblichen Angestellten haben fast immer so bunte große Haarbänder um ihren Dutt gewickelt. 

Das Haus der Mädels ähnelt unten einem Palast, das ist kaum zu beschreiben, da ist eine große Lobby mit ganz vielen Sitzgelegenheiten. Die Wohnung war ganz oben, die ist superschön und mit ganz vielen alten Möbeln eingerichtet, aber das Bad ist sehr kurios. Die Dusche steht quasi im Wohnzimmer, also es ist einfach nur eine Schiebetür und da ist sofort die Dusche und die ist oben auch nicht ganz geschlossen, genau wie die Toilette. Die ist zwar in einem extra Raum, aber eigenlich auch nicht, weil die Tür eben nicht bis nach oben durchgeht und das Lustigste ist, dass der Griff falsch angebracht ist, das heißt man kann die Tür nur von außen abschließen;D Wir haben erst ne ganze Weile geschnackt, Sandra hat schon ein Jahr in Argentinien gelebt und kann daher viele Vergleiche ziehen oder die Unterschiede feststellen, das ist ganz praktisch :) und dann haben wir den Salat gemacht und sind  pünktlich halb 10 ins Bett. Vom Salat konnte ich irgendwie nicht so viel essen, weil ich n bisschen Angst hatte, dass mir das Obst nicht bekommt, da mein Arzt meinte: Peel it, boil it or forget it und z.B. der Apfel wurde ja nicht gekocht und nicht geschält, aber es war trotzdem alles in Ordnung und zum Frühstück gabs dann auch wieder Apfel und das teure Müsli.

Ich bin zwar schnell eingeschlafen, aber auch schon wieder um 5 aufgewacht und es war tierisch laut draußen z.B. fuhr ständig die Polizei, Taxis hupten, Alarmanlagen von Autos, die Partygeräusche (In Barranco ist sehr viel los, wir hatten aber den Mädels unten abgesagt, weil wir einfach zu müde waren) oder gegen 6 fing auch plötzlich einer an zu singen :D. Wir wollten uns eigentlich mal den Strand angucken, aber es hatte leider geregnet und deshalb sind wir dann zum 'Polvos Azules' gefahren, das ist ein riesger Markt im Zentrum von Lima.  Das ist auch sowas, was man eigentlch mal selbst gesehen haben muss und wo man leider auch keine Fotos machen kann. Es erinnert ein bisschen an einen riesigen Flohmarkt: Der Markt befindet sich zwar in einem Gebäude, aber ein paar Meter vorher geht es schon los mit kleinen Essensständen oder Handyzubehör etc. Wenn man reingeht, geht es los mit einem riesigen Angebot an Koffern, was ja noch ganz praktisch werden könnte, da ich für die Rückreise bestimmt einen zweiten brauche. Dann waren ca. zwanzig Shops mit Markensachen wie Nike oder GAP, aber ob die echt sind ist fraglich und günstiger waren die auch nicht. Andere bieten Raubkopien von DVDs, Blu-Rays und Videospielen für 3 Sol an, das ist weniger als 1 Euro und scheint wohl legal zu sein. Aber wir waren wegen etwas anderem gekommen, wir wollten typisch peruanische Sachen und kauften bei einer ganz zauberhaften Frau jeweils einen Alpaka-Pulli (knapp 8 Euro) und an einem anderen Stand noch einen kleinen Geldbeutel (ca 1 Euro). Die oberste Regel ist, dass man den Verkäufern nicht in die Augen gucken darf oder nicht zu interessiert sein darf, denn sonst lassen sie dich nicht mehr in Ruhe. Allerdings ist es in anderen Ländern wesentlich schlimmer, hier wird man in keinen Shop hineingezogen oder ähnliches und wenn man höfloch sagt, dass man nicht interessiert ist, ist dies auch ok. Anschließend haben wir uns nochmal das Zentrum angeguckt und sind schließlich wieder in einer Mall gelandet und haben einen Smoothie getrunken :). Eigentlich wollten wir noch spontan ins Kino, aber es lief kein guter Film und besonders günstig ist dies auch nicht, zwar günstiger als in Deutschland, aber immer noch ca. 6 Euro. Man kann hier wohl schon günstig leben, aber nur wenn man typisch peruanische Sachen kauft und auf den Rest verzichtet und gerade beim Einkaufen präferiert man ja eigentlich Sachen und Marken die man kennt und die sind wie oben schon beschrieben wahnsinnig teuer, und die Sprachbarriere erleichtert den Einkauf von nationalen Dingen auch nicht, aber vllt in ein paar Wochen :). Meistens bekommt man es nicht so mit, aber teilweise wird man dann noch mit der Armut der Menschen konfrontiert z.B. stand eine riesige Schlange von Menschen vor einer Bank und Sandra erklärte uns, dass sie nur in den ersten drei Tagen ihr Geld holen bzw einlösen können und danach ist der Check wertlos oder man sollte wohl auch nicht in den Bussen essen, weil einige sich eben nichts zu Essen leisten können, einige Menschen warten an Plätzen wo gegessen wird, ob es etwas übrig bleibt und nehmen sich dann die Teller. Ein anderes Beispiel ist, dass die Gärtner die auf dem Uni-Campus arbeiten sich dort kleine Hütten gebaut haben, weil sie sich keine Miete leisten können und müssen sich die ganzen reichen Elitestudenten angucken, die für ein Semester 7000 Dollar zahlen, das ist schon sehr traurig, wenn man sowas sieht. Da muss ich auch echt ein wenig meine Empathie ausstellen, denn ansonsten würde ich wohl jedem etwas Geld geben. Anders als in Deutschland tun die Leute aber etwas um Geld zu bekommen, z.B. verkaufen sie Süßigkeiten auf der Straße, malen Kunstwerke oder arbeiten wie eben schon erwähnt auf dem Campus. 

Abends wollte Diego ja seine Bachelorparty feiern, aber morgens meinte er dann plötzlich er möchte die in "meinem" Apartment feiern (deswegen wohl auch die Einladung), weil das ja leer ist und die Idee fand ich echt ziemlich uncool, da ich die Leute nicht kannte, die Mädels auch nicht mehr mitkamen, weil sie zu müde waren und vor allem weil Freitag die Putzfrau da war und er das bestimmt danach nicht wieder sauber gemacht hätte. Das hört sich jetzt zwar total spießig an, aber ich war auch hundemüde und hatte Angst, dass die es nachher nicht zulassen, dass ich mich zurückziehe bzw. die Wände sind sowieso aus Papier, also versuchte ich irgendwie Ausreden zu finden, weshalb das nicht geht. Die Vorstellung ist für eine Deutsche auch einfach total absurd, dass man eine Wohnung vemietet und dann dort selbst feiert und der Oberhammer war, dass er meinte, die Mädels könnten in einem der anderen Zimmer schlafen, auch wenn die schon vermietet sind, das wäre für eine Nacht schon okay. Ich bekam dann aber auch keine Antwort mehr von ihm und wartete dann bis 21:30 (wo die Party losgehen sollte), aber zum Glück kam keiner in die Wohnung, also schlief ich wieder von 10 bis 5 (das war ja scheinbar nun mein Schlafrythmus). Gegen 10 kam Roxana wieder hoch, strahlte mich an, Küsschen links und rechts(eigentlich nur links in Peru, abr irgendwie denkt sie in Deutschland machen wir rechts und links) und fragte mich, ob ich mit ihr Kaffee trinken möchte, aber natürlich erwartete mich wieder ein großes Frühstück :). Es gab das Gleiche wie Freitag und da mir der schwarze Kaffee gut geschmeckt hatte, trank ich ihn auch wieder so, vllt mach ich das bald nur noch :) (hier trinkt man alles mit Zucker) und außerdem gab es Käse, Kartoffeln und Oliven. Hier gibt es ja mehrere hundert Sorten Kartoffeln und Humberto war ganz stolz auf seine Kartoffeln aus Cusco, aber ich muss ehrlich zugeben, dass Opas Kartoffeln besser sind ;).  Sie erzählten mir einiges über die Familie (Diego schlief natürlich noch) und das am 15. August noch zwei Deutsche kommen, die gerade beim Machu Picchu sind. Aber das kurioseste war, dass die Beiden sich für meinen "Besuch" bedankt haben(obwohl ich doch diejenige bin, die dankbar sein muss)- wie süß ist das denn? Er konnte ein paar Brocken Englisch und erklärte mir, dass Roxana sich Sorgen machte, als ich am Tag zuvor nicht da war und dass sie gerne meine Gesellschaft gehabt hätte- die beiden sind echt zum Knutschen (Ich glaube eigentlich nicht, dass Roxana sich einsam fühlt, da sie ja ihre Familie fast immer um sich hat und auch mit ihren Friseursalons viel zu tun hat, aber wie in den Emails schon angekündigt, werden hier alle wie Familie behandelt, was auch sehr schön ist, da noch keine anderen hier sind). Er spricht auch ein bisschen Quechua, das ist vllt vergleichbar mit Plattdeutsch, eine eigene Sprache der Indiginas. Eigentlich wollte ich mich mit den Mädels in Miraflores treffen, aber es gab leider ein Problem mit den Handys (da meine Nachricht nicht ankam und die beiden dachten ich wollte nicht mehr kommen ), aber mal so ein entspannter Nachmittag ist auch was schönes. Gegen 16 Uhr wollte ich dann mal einen Mercado suchen und hab mich, wie nicht anders zu erwarten total verlaufen bzw. den Mercado den ich mir rausgesucht hatte, gab es einfach nicht, also fragte ich eine Polizistin und sie erklärte mir den Weg und in dem Moment kam ein ca. Mitte-Zwanzigjähriger Mann und meinte dort müsse er auch hin und wir könnten zusammengehen. Da er mir das in Anwesenheit einer Polizistin gesagt hat, dachte ich es kann nichts passieren (ist es auch nicht, bevor sich jetzt jemand Sorgen macht;) ). Wir sind durch gefühlt 100 Seitenstraßen gelaufen, obwohl er meinte, dass wäre nur zwei Straßen entfernt und er hat mir die ganze Zeit alles mögliche auf Spanisch erzählt z.B. dass er DJ ist und für ne Party heute abend einkaufen will usw. und irgendwann sind wir auch tatsächlich am Tottus (so wie bei uns Real) angekommen und ich bedankte mich und wollte ihn loswerden, aber wir sind uns während meines Einkaufs noch ca. sechsmal begegnet und ich glaube nicht, dass das immer n Zufall war. Am Ende wurde mir das echt zu blöd und ich hab schnell bezahlt und bin raus und da hat er dann doch tatsächlich gewartet und wollte meine Nummer haben, aber das hab ich dann abgelehnt und bin so schnell wie möglich in die andere Richtung und hab mich natürlich total verlaufen, bis mir einer erklärte, dass ich 15 Blocks in die falsche Richtung gelaufen war, aber naja im Endeffekt hab ich doch gegen 19 Uhr "Nach Hause" gefunden. ;) Ich machte mir ein Brot und gegen acht kam Roxana wieder und wollte mit mir "Cena"(Dinner) essen und als ich ihr erklärte, dass ich schon gegessen habe, guckte sie ganz traurig und sagte, ich sollte doch nur für ein paar Früchte und ein bisschen Gesellschaft mit nach unten kommen- wie sollte ich dazu schon nein sagen? "Ein paar Früchte" waren dann Kochbananen (extra Bananen für die Pfanne ), Reis (gibt es hier eigentlich immer) und ein Spiegelei- ich werde hier total gemestet und komme bestimmt mit 20 kg mehr nach Hause :D. Als ich zu meinem Tee wieder keinen Zucker wollte, fragte sie mich, ob ich Angst hätte dick zu werden :D. So abwägig ist es hier, dass man seine Getränke nicht süßt. Dann kam auch Diego nach Hause und fragte mich, ob wir was essen gehen wollten, aber ein drittes Abendessen konnte ich nun wirklich nicht essen :D. Er war scheinbar doch nicht sauer und zeigte mir die Bilder von der Party und sagte, die hätten bis 4 Uhr morgens gefeiert, das hätte ich im Leben nicht durchgehalten. Dann hat er mir noch seine Karte für die Metropolitano gegegen, da er hier sowieso mit dem Auto fährt (Der Verkehr ist sooo schrecklich, alle sind so unglaublich hektisch, nur am hupen und nehmen sich ständig gegenseitig die Vorfahrt) und ab Donnerstag auch ins Ausland fliegt. Roxana machte die Küche sauber und fragte, ob wir hochgehen wollen. (sie schläft wohl auch oben), kam dann aber noch mit in mein Apartment und wollte noch Fernsehen gucken. Sie sagte, dass ihr das Spaß mache mit mir Spanisch zu sprechen, auch wenn ich meistens nur zuhöre, aber so würde ich das auf jeden Fall auch lernen und dann erklärte sie mir, dass sie Montag leider nicht da ist, weil sie den ganzen Tag am anderen Ende der Stadt arbeitet, aber wir ja Dienstag wieder "Kaffee trinken" könnten, ich weiß nicht, ob das hier vllt n Synonym für "ganz viel Essen" ist. Langsam glaube ich auch, dass das Essen im Mietpreis mit drin ist, das kann ja sonst fast gar nicht angehen oder die haben ein schlechtes Gewissen, weil noch keine anderen Studenten- wie versprochen- da sind bzw. verreist sind. Als sie ging, drückte sie mir noch eine Tüte Erdnüsse in die Hand. Ich weiß immer gar nicht wie ich mich noch bedanken soll, das ist echt n schönes Gefühl hier so aufgenommen zu werden, vor allem wenn die eigene Familie am anderen Ende der Welt ist. 

Wahnsinn, langer Beitrag!. Das nächste Mal erzähl ich euch n bisschen was über den Unistart und die anderen Studenten.

Hasta luego! :-*

      

Ankunft in Lima 30.07.2015

Donnerstag, 30.07.2015

 Hallo Leute,

ich bin nach ca. 26 Stunden endlich angekommen, nachdem ich von Bremen über Frankfurt, Santa Domingo und Panama nach Lima geflogen bin und da es hier erst 16 Uhr ist und ich versuchen möchte den Jetlag zu bekämpfen, mache ich jetzt einfach mal einen Eintrag über die letzten paar Stunden. Falls dieser Eintrag nicht fehlerfrei sein sollte, einfach ignorieren, liegt hoffentlich an der Müdigkeit. :D

Ihr fragt euch bestimmt: "Wie ist denn das Klima in Lima?" Also es ist wärmer als gedacht, so zwischen 18 und 22 Grad, aber es ist eben sehr grau, aber trotzdem hell. Schon mal besser als erwartet. Aber ich fang mal von vorne an:

Nachdem die ganze letzte Woche nur aus Abschieden bestand und ich mich noch von zwei lieben Freunden zu Hause verabschiedet hab, brachte mich meine Familie zum Flughafen. Ich hab allen gesagt: "Wer heult bleibt im Auto sitzen!". Natürlich war ich am Ende die Heulsuse, aber naja nachdem wir noch einen Sektgutschein bekamen, bei dem Mutti mit Freude zugriff(Der Promoter fragte ganz schüchtern, ob wir welche haben möchten und Mutti wollte vorher schon unbedingt noch n Sekt trinken und sagte "Jo! Fünf! :D"), hieß es dann also Abschied nehmen von Deutschland und allem was dazu gehört für den Rest des Jahres. Als wir die Boarding Karten holen wollten, konnte sie mir nur zwei geben, statt vier, weil ab der Dom.Rep: eine andere Airline fliegt und das bedeutete auch, dass mein Koffer nun doch nicht durchgechartert wird (wie vorher von der Airline versprochen). Das war natürlich erstmal ein Schock, aber nun gut. Zum Gate konnte dann niemand mehr mitkommen, das war eine sehr schlimme halbe Stunde,so hin - und hergerissen zwischen Vorfreude und Angst und ein bisschen Traurigkeit über das was man so zurücklässt.  Und die Leute am Gate müssen alle gedacht haben. weshalb ich da sitze und heule, wenn ich doch nur nach Frankfurt fliege (weiß ja keiner, dass es noch weiter geht) :D. 

Karte aus dem Flieger

In Frankfurt haben die jetzt so neue Scanner, bei denen man erst den Pass scannt und dann in eine Kamera gucken muss, ob man das auch wirklich ist, da es so lange dauerte, hatte ich schon Angst, dass mein Bild doch zu alt ist, aber das Tor öffnete sich ;) . Dann traf ich endlich auf die Mädels, deren Koffer natürlich durchgechartert werden sollten und die Beiden hatten natürlich auch schon alle drei Tickets. Auf dem Weg zum Gate (wer schon mal in Frankfurt war, weiß ja wie riesig der Flughafen ist) traf ich Mutter und Tochter, die in die Dominikanische Republik auswandern wollten, was ich extrem faszinierend fand, aber was wohl keine Seltenheit ist, wie wir später feststellen sollten. Das Onlineeinchecken oder Platzreservierungen waren nicht möglich, da es einfach zu viele Flugnummern waren, somit konnte ich nur aus Bremen meine Flugnummer an die beiden Mädels weitergeben und hoffen, dass sich da irgendwas ergibt. Theresa saß in der selben Reihe wie ich und Sandra leider ganz vorne. Da ich ja schon einmal über den Atlantik geflogen bin, freute ich mich auf das kleine Tablet mit den vielen "Peliculas", leider Fehlanzeige. Es gab nur einen komischen Film und die ganzen restlichen Filme konnte man mit einem Premium Account für diesen Flug für 8 Euro kaufen. Neben mir saß einer, der auch nach Peru fliegen wollte, allerdings nach Cusco, um dort für eine Organisation zu arbeiten, die Straßenkindern hilft- sehr cool. Kurz nach dem der Flieger startete, reduzierten sie den Preis für das Premium Ding auf 5 Euro, was wir uns dann doch kauften, da wir ja 10 Stunden überbrücken mussten. Der Flug war eigentlich ziemlich unspektakulär, aber in Santa Domingo sollte der Spaß erst losgehen.

Als wir landeten, brachten wir erst das ganze Hangepäck zum Gate, wo Sandra mit einem der nach Chile wollte, wartete und ich zog mit Theresa los- zum Glück hatten wir 6 Stunden Zeit. Hier ging es übrigens schon los, dass man das Toilettenpapier nicht mehr ins Klo werfen darf, sondern in Behälter daneben,weil die Rohre in ganz Südamerika zu schmal sind, aber da gewöhnt man sich schon dran. Nachdem uns drei Menschen abwimmelten, die kein Englisch verstanden, fanden wir einen, der zumindest ein Paar Brocken verstand und der zeigte uns den Weg. Wie in den USA auch, muss man sonen kleinen Zettel ausfüllen und abgeben ( wir haben insgesamt drei abgegeben-Beim Verlassen des Terminals, beim Koffereinchecken und beim erneuten Einchecken ins Terminal). Das Kofferband war schnell gefunden und mein Koffer auch. Als ich den Koffer vom Band nahm und Richtung Ausgang lief, hielten mich zwei an, die kontrollierten, ob das auch mein Koffer sei, was ja eigentlich sehr positiv ist, da so niemand einen Koffer klauen kann. Durch Zufall fragten sie Theresa. ob sie auch mit Condor geflogen sei, denn dann müsste sie ihren Koffer auch abholen und wieder einchecken. Ich fiel vom Glauben ab, die Frau in Bremen hatte tatsächlich Recht!! Wir waren total geschockt und versuchten Sandra zu erreichen, was leider nicht funktionierte, denn sie musste ihren Koffer ja auch holen. Nachdem wir endlich den Schalter für Copa-Airlines gefunden hatten, war es drei Uhr. Nur noch zwei andere Reisende standen an dem Schalter und wir bekamen mit, wie sie sagten, dass der erst um 4:30 aufmacht (auf deutsch!). Wir sprachen diese sofort an und das war das Beste was uns passieren konnte. Sie war eine Deutsch-Bolivianerin und bat uns sofort ihre Hilfe an. Wir gingen also zum Infoschalter und sie erklärten den Männern unser Problem mit Sandra, wo sie saß und wie sie aussieht. Anstatt eine Durchsage zu machen, lief er selbst los und informierte sie, als er wieder kam meinte er, dass Problem mit den Koffern hätte sich gerade erledigt, da das Flughafenpersonal sich nun darum kümmert, da es wohl sehr viele nicht mitbekommen hatten und es eben ein Missverständnis zwischen Airline und Passagieren bzw. zwischen Condor und Copa-Airline war und er sagte, dass der Schalter schon um 4 aufmacht. Als um 4:15 immer noch keiner am Schalter saß, erklärte uns die Frau, dass Latinos einem oft das sagen, was man hören möchte, auch wenn das manchmal gar nicht stimmt. Wir checkten also die Koffer ein und gott Sei dank sollten sie bis nach Lima durchgehen und nicht noch einen Stop in Panama machen. Als wir zurück zum Gate kamen, saß Sandra dort mit sieben anderen in unserem Alter, die auch alle irgendwo nach Lateinamerika wollten und schon sehnsüchtig darauf warteten, dass wir berichten was los war.

Wir tauschten alle Namen aus, um uns evtl. nochmal in Lateinamerika zu treffen und stiegen in den Flieger nach Panama. Zu unserer Überraschung gab es dort wieder kleine Tablets und diesmal waren die Flime 'gratuido'. Bis auf ein paar Turbulenzen liefen dieser und der Anschlussflug nach Lima relativ stressfrei ab, genau wie die Einreise in Lima (mit dem falschen Visum :D), das Kofferabholen und der Airport Pick Up, den die Uni bereitstellt. Carlos Gonzales (typischer hätte der Name und der Mann kaum sein können) stand mit einem Schild in der Eingangshalle und holte uns ab.

Final DestinationKüste

Er brachte zuerst die Mädels nach Barranco und anschließend mich nach San Borja, obwohl es nur 10 km zwischen den Orten sind war die Fahrt durch die Rush Hour extreeem lang, zumal die Sprachbarriere (er kaum Englisch, ich kaum Spanisch) und die Übermüdung dies nicht verbesserten. Nachdem er mich absetzte, empfing mich 'Mr. Sanchez', er möchte aber lieber Diego genannt werden, da er nicht so alt ist und findet, dass Mr, Sanchez sich nach einem Drogendealer anhört. Ich glaube sein Bruder ist dann der eigentliche Mister Sanchez und er bevorzugt den Nachnamen seiner Mutter. Hier trägt man normalerweise beide Nachnamen. Er brachte meine Taschen hoch und erklärte mir kurz die wichtigsten Dinge, wie die Namen etc. der anderen Mitbewohner oder den WLAN-Schlüssel :D. Ich fragte ihn nach einer kleinen Flasche Wasser und er gab mir eine 2,5 Liter Flasche, damit komm ICH ja ne Weile aus :D. Das Apartment ist zwar sehr schön, aber als er mir erklärte, dass die Gemeinschaftsräume einmal die Woche gereinigt werden, war ich etwas überrascht, denn danach sah es absolut nicht aus.

       Küche Mein kleines süßes 8 qm Zimmer :)    Wohnzimmer.Aber egal, erstmal wollte ich wieder 'sauber' werden, denn ich fühlte mich mittlerweile schon dreckiger als die Bude :D: Auch wenn aus der Dusche nur wenige Tropfen kamen, war es ein unglaublich gutes Gefühl endlich zu duschen! Anschließend meldete ich mich bei Familie und Freunden zurück und packte meinen Koffer aus. Und da es jetzt 17 Uhr ist und ich mich kaum mehr wachhalten kann nach so vielen Stunden, gehe ich jetzt auch schlafen. 

Bei euch ist es ja schon abends, also Gute Nacht :-* 

 

Prolog

Dienstag, 28.07.2015

Sooo, morgen geht es dann endlich los nach Lima. Es war ein sehr stressiger Monat, da noch 10 Prüfungen in der Uni anstanden und von der letzten Prüfung bis zum Abreisetag gerade mal sechs Tage lagen.

In der Zeit mussten wir natürlich auf die Prüfungen anstoßen und Abscheid feiern, einen passenden Koffer finden, das Visum aus Hamburg abholen, die Bude aufräumen, die wichtigen Dinge einkaufen, die letzten Arztbesuche machen und die Reiseapotheke ausbessern, Papas Geburtstag feiernund natürlich als echter Serienjunkie auch ein paar Serien beenden, falls es da nicht möglich ist. (Ich trauer jetzt schon ein wenig um GZSZ :D ).

Die Kofferwaage zeigt momentan 18 Kilo an, wobei ich nicht weiß, wie viel ich noch vergessen habe. Ist auch ganz schön schwierig für ein halbes Jahr zu packen, wenn man nur 20 Kilo Koffer- und 6 Kilo Handgepäck haben darf, vor allem wenn der Koffer schon 5 Kilo wiegt. Der Puls und die Aufregung steigen.

Ich habe viele Erfahrungsberichte gelesen und mit vielen Menschen gesprochen, die in Südamerika waren und habe selten was schlechtes gehört, allerdings ist es eben nicht Europa. Ich glaube mich persönlich wird diese Erfahrung sehr weiterbringen, da ich schon ein kleiner Kontrollfreak bin und versuchen werde bzw. muss an diese ganzen Dinge etwas entspannter ranzugehen. Ich denke ich werde im Januar sehr verändert wiederkommen und hoffe natürlich, dass sich das hauptsächlich positiv auswirkt. Ob ich dann immer noch so pünktlich bin, kann ich allerdings nicht versprechen :D.

Ich fliege noch mit zwei anderen Mädels aus einem anderen Studiengang dort hin, die ich zwar erst kurz kenne, aber die total super sind. Das nimmt einem auch ein bisschen die Angst vor dem ganzen Ungewissen.

Es ist zwar nicht mein erster Transatlantik-Flug (der ist schon zwei Jahre her  ), aber aufregend ist es trotzdem. Ich denke oft an die Dinge, die ich verpasse in der Zeit, wie z.B. der Einzug von Grace, Tias Geburtstag, die Tradition des Glühweins am 24.12. aufm Weihnachtsmarkt, Mädels- und Männerabende, Heiligabend, Rosalie oder einfach Omas geniale Bratkartoffeln :D, aber es wird auch mindestens genauso viele Erfahrungen geben, die ich dort sammeln werde und worauf ich mich tierisch freue.

Morgen am späten Nachmittag heiß es dann also Tschüss Bremen, Hallo Lima. (Naja erst mal Hallo Frankfurt, Hallo Santa Domingo und Hallo Panama, aber danach dann endlich Lima :D )

Ich werde versuchen regelmäßig zu "bloggen" (Ist ja noch Neuland für mich) und euch auf dem Laufenden halten. Ich freue mich, wenn sich einige interessierte Leute finden lassen, die meinen Quatsch lesen wollen.

Unten findet ihr das Bild des Visums, was sie mir gestern in Hamburg in den Pass gestempelt haben, allerdings ist uns vorhin aufgefallen, dass das Geburtsdatum falsch ist, ich hoffe mal, dass es morgen keine Probleme bei der Einreis gibt. 

  Hier einmal das Bild vom Studentenvisum, auch wenn das Geburtstsdatum falsch ist :D

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.